Dass es voll würde bei der ersten "öffentlichen Anhörung" zum Umbau des real-Markt-Geländes auf St. Pauli (der so genannten Alten Rindermarkthalle), dürften die Herren vom Bezirk wohl geahnt haben. Aber sie glaubten, ihr Ding durchziehen zu können. Da waren die Recht-auf-Stadt-AktivistInnen vor: Sie verwandelten die Anhörung in eine Wunschproduktion.
Noch bevor das Podium etwas sagen konnte, legte ein jugendliches Streichorchester los. Überall im Raum Transparente und hochgehaltene Schilder. Dann übernahm eine RaS-Aktivistin, stellvertretend für viele der Anwesenden aus dem Stadtteil, an der Flüstertüte und erklärte, dass die AnwohnerInnen diese Alibi-Veranstaltung nicht akzeptieren würden. Und flugs wurde die Veranstaltung in einen Workshop umgewandelt.
Auf großen Papierbahnen begannen die Anwesenden ihre Sicht zu verschiedenen Fragen zu notieren (die Ergebnisse stehen unten), während ein wütender Bezirksamtsleiter Markus Schreiber sich beschwerte, das Procedere sei undemokratisch. Doch da hatten die RaSler-Innen schon die Diskussionsleitung übernommen – nicht ohne vorher im Saal zweimal abgestimmt zu haben: Schätzungsweise zwei Drittel der Anwesenden waren dafür, einen selbstorganisierten Workshop statt einer "Anhörung" über vorgegebene Ziele durchzuführen.
Denn in der 44-seitigen Auslobung zum Planungswettbewerb (hier runterzuladen) sind die Ziele längst formuliert: Die Eigentümerin des Geländes, die Finanzbehörde Hamburg, möchte dort vor allem eine "Music Hall" für 4000 Besucher bauen lassen. Dort heißt es auf Seite 26 explizit: "Zentraler Baustein des Entwurfs ist die Planung einer Musikhalle für Rock- und Popkonzerte mittlerer Größenordnung, d.h. für 4000 Besucher." Wenn das keine Zielvorgabe ist, was ist es dann?
Per Flüstertüte entspann sich nun eine mitunter hitzige Diskussion, an der sich schließlich auch Schreiber kurz beteiligte. Er behauptete, die Anhörung sei zum ersten Mal völlig ergebnisoffen angelegt – was angesichts der Auslobung schlicht falsch ist – und es habe noch keine Gespräche mit irgendwelchen Investoren gegeben. Dass viele der Anwesenden nach den Erfahrungen der Vergangenheit mit Bürgerbeteiligung und -entscheiden die Anhörung für eine Farce hielten, wollte ihm nicht in den Kopf.
Georg Möller vom Baschu e.V. Spielplatzverein in der Schanze half Schreiber dann auf die Sprünge: Wenn die Planung noch völlig offen sei, wie könne es dann sein, dass bereits eine Music Hall GmbH gegründet worden ist? Schreiber wich der Frage aus. Deshalb an dieser Stelle zur Klärung: Am 30.9.2009 wurde bereits im Hamburger Handelsregister unter der Nummer HRB 111417 eine Sankt Pauli Music Hall GmbH angemeldet. Adresse: Neuer Pferdemarkt 13.
Die BewohnerInnen, so viel wurde gestern deutlich, können sich mit der Idee, zwischen Karoviertel, Schanze und St. Pauli Nord noch einen weiteren Touristenmagneten hingepflanzt zu bekommen, nicht anfreunden. Was ihnen am Herzen liegt, zeigen die folgenden Ergebnisse der ersten Wunschproduktion:
Wer sollte in welcher Weise an der Planung beteiligt sein?
• Open-Space-Konferenzen für alle Interessierten
• Anwohner und vor allem solche ohne Lobby bzw. finanzielle Mittel
• Ziele wollten Anwohner-innen bestimmen, nicht Ämter
• Meinungsumfrage: was wir wollen
• InteressenvertreterInnen benachteiligter Bevölkerungsgruppen: SeniorInnen, Kinder, Jugendliche, Erwerbslose, MittelständlerInnen
• Planungszellen mit Aufwandsentschädigungen, Kinderbetreuung, DolmetscherInnen
• Planung mit genug Zeit, nicht so eine Überrumpelungsaktion
Welche positiven Beispiele für AnwohnerInnenbeteiligung gibt es schon? (Wo können wir etwas lernen?)
• selbstorganisierte!
• Park Fiction 2x
• Gängeviertel
• (Moorburgtrasse)
• Hafenstraße, Flora (sind aber mehr so Anwohnerselbstbeteiligung)
• Centro sociale
• No BNQ
• Wohlwillstr. 19-23
• Karoforum
Was wird generell im Stadtteil gebraucht?
• Musikschule fürs Viertel – kein Musical für Touris!
• Öffentlich geförderter Mietwohnungsbau, auch mit kleinen Apartments
• bezahlbare Wohnungen für alle
• sozialer Wohnungsbau, z.B. für Menschen, die ihr ganzes Leben hier verbracht haben und jetzt z.B. Pflege oder eine kleinere Wohnung brauchen
• Kitas!!!
• Markt mit allen Angeboten
• Angebot für Senioren
_ z.B. Seniorenspielplatz, Kinderspielplatz auf alle Fälle
• Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf (Lebensmittel, Haushaltswaren, Kleidung...)
• Arbeit für die netten Leute von real,-
• Grünflächen!
• Platz, sich draußen zu treffen
• eine Moschee mit Minarett!
• Markthalle statt Musikhalle
• Anwohnerparkausweise (umsonst, da die Stadt die Plätze, die zu stellen sind, nicht hat)
• Mehr-Generationen-Haus / Projekte
• Markt
_ aber auch bezahlbar fürs kleine Portemonnaie
• nicht-kommerzielle Räume, Platz für „Freies“
• Proberäume für kleine Bands + Theatergruppen
• Bücherei, (helle) Leseräume
• Ärzte/innen
• Schlafräume für Obdachlose und Duschen
• Platz für eine Tafel in Hamburg in unserem Viertel
• Freiheit
• Ausbildungsplätze!
Welche Chancen bietet das Gelände aufgrund seiner Lage und seiner Beschaffenheit?
• viel Himmel ohne hohe Häuser (wie Heiligengeistfeld)
• Markt
• richtig viel Platz zum Wohnen und Leben ohne kommerzielle Interessen
• kein Privateigentum
• grünes Wohnen in der Stadt
• Musikschule fürs Viertel!
• Nachbarschaftstreffs
• Platz zum Spielen / Sport
• mehr Parkplätze (umsonst), weniger Autos im Viertel
• Terrassenhäuser mit Garten, Gemeinschaftsflächen
• Grünlackierte Hundescheiße mit Chanel No. 5 parfümiert!
Ideen für eine Zwischennutzung
• Markthalle/Basar!
• Werkstätten/Atelierecken!
• Flohmärkte
• Sommerfeste
• Ideenwerkstatt für die weitere Entwicklung
• SKAM-Ausweichmöglichkeit statt Kaserne
• Proberäume für Bands
• Soliparties für politische Stadtteilarbeit
• Aufrechterhaltung der Nahversorgung (Einkauf: Lebensmittel,...)
• Musikräume fürs Viertel!
• Debattenräume für Stadtplanung von unten, „Peoples Lab“
Ideen für die Nutzung der Rindermarkthallle
• Freiräume für Kreativität, z.B. malen, basteln, Musik
• Kollektive
• Schulungsmöglichkeiten
• Angebote für Kinder!
• Kinder und Jugend fördern, nicht fordern!
• Musik und Kunst!
• Sporthalle für Vereine des Stadtteils
• Werkstattbetriebe
• Sportmöglichkeit
• Islamische Einrichtung
Ideen für die Nutzung des Geländes
• Umsonstladen, Second-Hand-Läden (preiswert, kein Stylo-Kram)
• sozialer Wohnungsbau
• Proberäume für Musikgruppen 2x
• Musikschule fürs Viertel!
• Vertikaler Bauernhof mit angeschlossenem Öko-Marktplatz! _ „Verteilungs“räume für Bauernhofprodukte, „kein Zwischenhandel“!
• Markt
• Gratis-Riesenschwimmbad
• IKEA her! _ ?!
• Alles für die Versorgung der ViertelbewohnerInnen + nix mehr für Touristen
• Supermarkt in ArbeiterInnenhand
• Sporthalle für Vereine des Stadtteils
• Bunker für Politik und Verwaltung, damit sie sich vor der Bevölkerung schützen können, passt auch ins Ensemble
Was wollen wir auf keinen Fall – warum nicht?
• Noch mehr Cafés
• Kassen- und Massenmagneten
• keine Music Hall – es gibt genug!
• keine Music Hall, die soll in eine der Messehallen gehen, da gibt es außerdem ein Parkhaus
Welche Probleme gibt es schon durch Events & Tourismus auf St. Pauli?
• (auch Sternschanze)
• nächtlicher Straßenlärm: Fenster auf geht schon gar nicht
• für eine autofreie Innenstadt – Autos sind laut und stinken!
• Scherben _ ständig Fahrrad kaputt
• St. Pauli = größte Pissrinne Hamburgs
• Autos auf'm Gehsteig: mit Rad/Rollstuhl/Rollator kommt man nicht aus der Haustür
• Kommerzialisierung von Lebensräumen führt zu deren Verkauf
• kein Platz für junge Leute, sich billig zu treffen
• totale Vermüllung, zu wenig Stadtreinigung
• Stadion
• Messe
• Dom!
• Massive Störung der Nachtruhe
• Touristische Menschenmassen
• Dauergegröle von Betrunkenen
Die Ergebnisse können auch als PDF runtergeladen werden. Die Tagesnotizen des Centro Sociale begleiten den Protest mit einer Medienschau und weiteren Nachrichten.





Kommentare
Pingback
Verfasst von Rindermarktplanung: Die Music Hall wird durchgeboxt | Recht (nicht überprüft) am 2. Juli 2010 - 10:15.Wie geht's denn jetzt weiter ?
Verfasst von Gast am 27. Mai 2010 - 15:51.Wann werden die Vorschläge weiter besprochen?
Auch wenn ich einen guten
Verfasst von Dagmar am 13. Mai 2010 - 11:42.Auch wenn ich einen guten Teil der Wünsche nachvollziehen kann, so ist das Vorgehen doch verwunderlich. Wenn man die Entscheidungsträger überrennt, werden sie einem wohl nicht wohlgesonnener werden.
Ihr Spiel wird neue Höhen bei diesem online casino erreichen, und Sie werden mit den progressiven Spielautomaten-Auszahlungen glücklich sein, wenn Sie hier spielen.
Jet Tankstelle
Verfasst von Gast am 26. April 2010 - 10:25.Bad, Bad News.
Habe heute mit einem Angestellten der Jet Tanke gesprochen.
Die Jet Tankstelle macht am 25 Mai dicht !
Wer wirklich hinter der Music Hall steht....
Verfasst von Gast am 24. April 2010 - 10:54.....geht aus dem Handelregisterauszug hervor:
http://www.20359.de/kiezterror/?p=3469
Jemand hat sich die Mühe gemacht und mal nachgeschaut.
Der mächtigste Gesellschafter ist hier die DJ Arena GmbH,
hinter der sich wiederum die berüchtigte Anschütz Entertainment
verbirgt, deren Namen man aus gutem Grund wohl lieber
nicht in der Debatte auftauchen lassen möchte.......
Anschütz ist nämlich u.a der Betreiber der mit Steuermitteln aufgepäpelten O2 Halle vis a vis der Gentrifizierungsmeilen Kreuzberg und Friedrchshain.....
http://www.abriss-berlin.de/blog/2008/09/08/was-die-o2-world-bedeutet/
Da löst sich das dünne Mäntelchen "Kultur und Musikszene" und sein
leicht erhöhtes Grundrauschen ganz schnell in nichts auf, hier gehts knallhart um eins...maximale Rendite!
Hier lässt ein mächtiger Investor Muskeln und Beziehungen spielen!
http://www.fensterzumhof.eu/392/media-spree-02-arena-versenken/
Zitat:
"Ein Vorgeschmack auf von privaten Sicherheitsdiensten kontrollierte Uferzonen bietet bereits jetzt die Anlegestelle vor der O2-World, für die eigens 30 Meter der Mauer versetzt wurden. An Silvester setzten dort in schwarz gekleidete Sicherheitsleute ein Böllerverbot durch."
Ein ganz neuer Aspekt, ein Business Improved District an der Feldstrasse?
Transparenz sieht jedenfalls anders aus!
Sanierungsbeirat äussert sich
Verfasst von Gast am 21. April 2010 - 12:28.Liebe Denise...(imer schön kumpelig auf du)
"VERWEIGERT: Der Sanierungsbeirat Wohlwillstraße hat in seiner gestrigen Sitzung abgelehnt, wie vom Bezirksamt vorgesehen ein Jury-Mitglied für die Machbarkeitsstudie Rinderschlachthalle zu entsenden. Statt dessen verabschiedete der Beirat die Empfehlung, in der er das aktuelle Verfahren kritisiert und ausreichend Zeit für die Beteiligung der Anwohner mit eigenen Ideen und Planungen fordert. Das Verfahren müsse anders als derzeit wirklich ergebnisoffen geführt werden (zum Hintergrund bitte in den vergangenen Tagesnotizen gucken). + + + MITGELESEN: Auf dem Schätzchenblog finden sich interessante Kommentare zur Rindermarkthallenbebauung… + +"
http://centrosociale.breitaufgestellt.de/archives/650
Schlägt also in die selbe Kerbe wie Arsch auf Eimer....noch Fragen?
Noch ein paar interessante
Verfasst von Gast am 24. April 2010 - 14:51.Noch ein paar interessante Details:
http://www.die-linke-hh.de/presse/detail/artikel/presse/alte-rindermarkthalle-st-pauli-buergerbeteiligung-geht-anders.html
Weitermachen - aber bitte nicht so
Verfasst von Gast am 19. April 2010 - 11:09.Hallo ihr lieben,
ich finde, ihr wollt die richtigen Dinge und habt dazu auch schon schöne Aktionen gestartet. (Gängeviertel, Karma Aktion Empire St. Pauli, etc)
ABER, so wie es auf dieser Veranstaltung gelaufen ist, schadet ihr Eurer Bewegung eindeutig mehr, als dass ihr sie wachsen lasst. Ihr wollt Respekt, Mitsprache und Kreative und soziale Freiräume? Dann solltet ihr auch kreativ und respektvoll agieren und kommunizieren. Auch Politiker sind Menschen. Sonst seid ihr bald alleine mit Eurem Geschrei, Konfetti und Krawallaktionen. Das ist leider nicht das Niveau, auf dem ihr etwas verändern könnt.
Nutzt die Möglichkeiten des Netzwerks. Das lebt und wirkt durch Offenheit, Transparenz und Partizipation....und damit kann man was verändern. Sowohl in der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft.
Schöne Beispiele gibt es dazu aus der Nachhaltigkeitsecke auf utopia.de
Weiter - aber nicht so und dennoch mit freundlichen Grüßen
Schöne Neue
Verfasst von Gast am 21. April 2010 - 1:47.Schöne Neue Kuschelwelt....ich finds TOLL!
Peter
Verfasst von Gast am 20. April 2010 - 15:14.Sehr geehrteR VorrednerIn,
Politiker sind auch Menschen, die sich allerdings für eine ganz bestimmte Vorgehensweise entschieden haben. Wenn Sie Ideen haben wie mehr Kreativität und mehr Respekt aussehen könnten, bringen Sie diese doch mit ein.
In der Nachhaltigkeitsecke von Utopia.de sehe ich für mich jedenfalls keine Zukunft. Dort geht es lediglich um strategischen Konsum, der auch Geld kostet. Als Lifestylekonsum kostet der sicher auch noch ein bißchen mehr. Viele Menschen können garnicht an diesem Konsum teilnehmen, weil Ihnen dazu das Geld fehlt.
ich weiß, dass vielen
Verfasst von Gast am 28. April 2010 - 2:16.ich weiß, dass vielen menschen die mittel für strategischen konsum fehlen. mir übrigens auch. allerdings gehören 2nd hand kaufen, tauschen, leihen etc. auch unter diese kategorie. sei es drum. ich finde die meisten RaS Aktionen bisher auch sehr gut.
ich frage mich nur, wie ein effektives, offenes und transparentes planungsbeteiligungsverfahren eigentlich genau aussehen sollte?
Recht auf Stadt frisst sich selber auf
Verfasst von Gast am 17. April 2010 - 11:59.Mit dieser Aktion wurde erneut unter Beweis gestellt, dass sich unter dem Label »Recht auf Stadt« recht krude Allianzen bilden. Spiesbürger und Autonome vereinigt Euch und haltet Eure Nachbarschaft sauber! Auf das es keine Live-Musik-Hall gibt!...da schreckt man auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück...ist ja für die gute Sache...
Dafür Parc Fiction 2!? Da kann man als innovativer Initator nämlich DVD über den kreativen Entstehungsprozess des Projekts für 150 Tacken verscheuern...
150 Tacken
Verfasst von Gast am 23. Dezember 2010 - 21:37.Lieber "Recht auf Stadt frisst sich selber auf"-Vogel, die Park Fiction DVD und noch viel mehr kannst Du ganz umsonst im Park Fiction Archiv im Pudelsalon angucken, auch jetzt wo letzterer geschlossen ist - jeden Sonntag zwischen 16 und 18 Uhr.
Ich war da und habe keinerlei
Verfasst von Gast am 18. April 2010 - 18:26.Ich war da und habe keinerlei körperliche Gewalt mitbekommen (Es sei denn Sie bewerten das bewerfen mit Konfetti oder das beschießen mit einer Wasserpistole als körperliche Gewalt). Ganz im Gegensatz zu einer Veranstaltung im Altonaer Rathaus am selben Abend. Dort war der Herr Innensenator Ahlhaus zugegen um über das Thema „neue Ge-fahren – neue Sicherheit“ zu sprechen. Von wessen Sicherheit bei Ahlhaus und Schröder die Rede war, zeigt die völlig grundlose Ingewahrsamnahme von drei AktivistInnen, bei der ein Sechzehnjähriger so schwer am Kopf verletzt wurde, dass er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ein anwesender Arzt wurde dabei von der Polizei an der Ausübung seiner Tätigkeit gehindert.
Aneinader vorbei
Verfasst von Gast am 19. April 2010 - 23:13.Ich habe nicht von körperlicher Gewalt gesprochen.
Über die Veranstaltung im Altonaer Rathaus auch nicht. (Wenn das dort so gelaufen ist, ist das ein eigenes Thema und sollte öffentlich und mit den entsprechenden Rechtsmitteln geklärt werden)
Hier ging es doch um die Bürgerbeteiligung in Sachen altes Realmarkt Gelände. Und da hat die Politik ansatzweise versucht Planungsprozesse etwas offener zu halten. Das ist ihr nicht gelungen und es gibt Grund zur Annahme, dass sie immer noch einiges nicht ganz verstanden haben. Also muss man sich gute kreative Aktionen ausdenken, und jede Gelegenheit zur Diskussion wahrnehmen, um ihnen klar zu machen, wie sie es besser machen könnten. Konfetti und Bambule (Herr Schreiber fühlte sich niedergeschrien, lt. Interview auf Hamburg TV) ist nun mal kein politisches Konzept, sondern Kindergarten - und ja, verletzend.
Ich weiß nicht, ehrlich gesagt, habe ich aber gerade den Eindruck, dass hier nicht mehr wirklich differenziert wird. Ist auch leider egal, denn ihr macht es wie ihrs machen wollt - aber wundert euch bitte nicht, wenn die Ergebnisse einfach nur das alte Muster von Anarcho-Outlaw-gegen-Böse-Kapitalismuspolitik-Aktionen produzieren. Das ist ja dann auch ganz praktisch, denn so provoziert ihr immer wieder diese Art der Gegenreaktion, die Euch und allen dann beweisen sollen, dass ihr die Guten und der Staat das Böse ist und alle, die vielleicht nicht ganz Eurer Meinung sind, sind natürlich einfach nur bescheuert und intellektuell unterbelichtet.
Lieber Unterbelichteter,
Verfasst von Gast am 29. April 2010 - 23:50.Googel doch einfach mal was
Verfasst von Gast am 24. April 2010 - 2:51.Googel doch einfach mal was für unglaubliche Statements diesem
Menschen in den letzen Jahren so entfleucht sind.
Ob in St.Georg, der "Hafenkrone", Bernhard Nocht Strasse oder
Hochhausinfeno vom Fischmarkt bis Neumühlen, immer
hat der Strippenzieher von Mitte seine Wurstfinger drin.
Konfetti und Bambule (Herr Schreiber fühlte sich niedergeschrien, lt. Interview auf Hamburg TV) ist nun mal kein politisches Konzept, sondern Kindergarten - und ja, verletzend.
Wer da wen verletzt ist ziemlich eindeutig, recht hat der saubere Herr Schreiber
allerdings schon wenn er treffend feststellt, das "Prozedere" sei undemokratisch.
Warst du schon mal bei einer Räumung dabei?
Wenn Wohnungen mit tatkräftiger Unterstützung der Polizei
unbewohnbar gemacht werden, wenn du mitansehen musst wie Fusbodendielen,
Wachbecken und Kloschüsseln aus dem Fenster fliegen?
Von Wasserwerfern und Schlagstöcken mal gar nicht zu reden.
Wie gemein und schwer verletzend ist da Konfetti....
Ich selber gehöre zu denen, die auch dank der Schreiberschen
Machenschaften seinen gelebten Lebensraum wohl für immer
verlassen musste, ich werde jeden Tag daran erinnert, wenn ich
durch mein altes Barrio fahre....ist das nicht verletzend?
Und da hat die Politik ansatzweise versucht Planungsprozesse etwas offener zu halten. Das ist ihr nicht gelungen und es gibt Grund zur Annahme, dass sie immer noch einiges nicht ganz verstanden haben
Kein Stück, denn wenn sich selbst die Beiräte BEIM INVESTOR um Informationen
betteln müssen ist das völlig daneben...einfach nur grotesk!
Wer so einiges nicht verstanden hat bist hier wohl eher du, diese Bonzentypen
wissen sehr genau was sie tun und verstehen leider ihr Handwerk nur zu gut.
Alles schon entschieden
Verfasst von Gast am 16. April 2010 - 13:20.Beim Studium der er 44-seitigen Auslobung zum Planungswettbewerb stolperte ich über ein weiteres Indiz dafür, das bereits alles entschieden ist:
In der "Sachverständigenjury" sitzt Leif Nüske als Vetreter (Geschäftsführer!) der "St.Pauli Music Hall GmbH"!
Auch das die Jet Tanke "rückgebaut" (also abgerissen!) werden soll ist bereits festgelegt. Die Partyzone gegenüber und die St.Pauli Music Hall wird erfreut sein, so bereits im Vorfeld lästige Konkurenz loszuwerden...wo kommen wir denn da hin wenn sich Besucher statt in der teuren "Hall" kostenguenstig an der Jet mit Getrönken eindecken.
Zuletzt noch der angeblich eingebundene Sanierungsbeirat, der unter Punkt 5.5 http://www.steg-hamburg.de/docs/pdf-allgemein/01-10Karolinenviertel_beiratsprotokoll.pdf auf die Frage ob bereits Planungen für ein Verfahren zur künftigen Nutzung des Geländes gäbe ausgerechnet an die St.Pauli Music HAll GmbH verwiesen wird, die "seinen Erfahrungen nach sehr aufgeschlossen für Fragen" sei......(müssen nur die richtigen sein)
Die Sitzung fand übrigens bereits am 28.Januar, also Monate vor dem Beginn der angeblichen "Bürgerbeteiligung" statt!
Fazit: Schieberei hinter den Kulissen, wie man es von Markus Schreiber gewohnt ist der nun empört aus allen Wolken fällt, das der Pöbel die bewährte Gutsherrenart nicht mehr hinnehmen möchte.
Kurz: Die Totale Verarsche!
Alles schon entschieden!
Verfasst von Gast am 19. April 2010 - 18:22.Normal.dotm 0 0 1 230 1316 Sankt Pauli Music Hall GmbH 10 2 1616 12.0 0 false 21 18 pt 18 pt 0 0 false false false
Zunächst hat Herr Goritz in besagtem Protokoll aus dem Sanierungsbeirat (in welchem Bürger des Karoviertels sitzen!) nachlesbar lediglich auf einen Ansprechpartner verwiesen.
Zur „Sankt Pauli Music Hall GmbH“ möchte ich aber hier auf andere Stelle verweisen: http://schaetzchen.blogsport.de/2010/04/17/music-hall-buerger-beteiligen-sich-selbst/#comments
Ergänzen möchte ich nur, dass es richtig ist, dass Leif Nüske ist als „Sachverständiger“ vom Bezirk bestimmt wurde. Das heißt –wie auch die anderen Sachverständigen- ungefragt benannt wurde und eine Einladung erhalten hat.
Vorgesehen ist laut meiner Info, dass an den zwei Tagen des Workshops die Architekten zunächst ihre Vorschläge den Anwohnern zeigen, so dass diese sich äußern können, und anschließend besagte Gutachter den Architektenbüros für Fragen zur Verfügung stehen. Also z.B. wie viel Anfahrtsfläche etc. benötigt wird.
Ein Sachverständiger hat in diesem Verfahren lediglich die Funktion den Architekten mit Rat zur Seite zu stehen. Entschieden wird am Ende durch ein Gremium.
Dass Leif Nüske als Sachverständiger eingeladen wurde dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die „Sankt Pauli Music Hall GmbH“ als einzige potentielle Bewerberin Gespräche führt und sucht. Die anderen halten sich schön im Hintergrund bedeckt.
Durch die Funktion des Sachverständigen ist noch niemand „gesetzt“ und nichts ist festgelegt.
Bleibt zu sagen, dass wir mit jedem das Gespräch suchen und jeder der Fragen an uns hat sich sehr gerne bei der Sankt Pauli Music Hall GmbH melden kann: office@sanktpauli-music-hall.com.
Lieben Gruss,
Denise
Warum äusert sich Herr Nüske nicht selbst mal...hat wohl wichtig
Verfasst von Gast am 21. April 2010 - 1:37.Lediglich ist gut!
Es spricht Bände wenn nicht mehr eine Behörde und damit
der Staat, sondern ein Investor Ansprechpartner ist.
Da kann man sich dann leicht ausmalen in wieweit
noch Entscheidungsspielraum besteht.
Die Frage der Architekten ist doch völlig nachrangig, wenn doch angeblich
noch gar nicht entscheiden wurde ob die laut Gutachten erhaltungswürdige
Halle "rückgebaut" werden soll und was an ihrer Stelle errichtet wird.
Denn ob dort eine Feuerwache oder ein Aldi gebaut wird ist ja eine nicht ganz
unwichtige Grundlage für Planer und Architekten.
Architekturwettbewerbe , noch dazu wenn der Investor mitentscheidet, finden
NACH der Festlegung auf en Bauvorhaben statt, da kanst du jeden
Architekten fragen..wenn du wirklich so naiv wärst wie du hier tust.
Das die "Music Hall" einiger Bewerber WAR ist nicht weiter verwunderlch,
gab es doch keinerlei Informationen im Vorfeld und schon gar keine Ausschreibung.
Gute Beziehungen sichern eben den Braten noch bevor ihn andere
überhaupt gerochen haben.
Ich selber war jahrelang gerne im Mojo zu Gast, und das Ende war
traurig und unwürdig....aber muss eine Kompensation der Stadt jetzt
zu Lasten der Anwohner gehen?
Am Ende darf man dann in einem Kuscheldialog über die Frage
der Fassadenfarbe mitentscheiden, oder über Kinkerlitzchen wie
Blumenkuebel.....
Übrigens würde es auch für mehr Ehrlichkeit sorgen, Leif Nüske nicht
verniedlichend als Vertreter herunterzuspielen, sondern
klar als Geschäftsführer auszuweisen, der hier in eigener Sache entscheidet
ob nun Rauhfaser tapezert wird......
Dein Text verdichtet nur Vermutung das hier bereits Fakten
geschaffen wurden weiter zur sicheren Erkenntnis...was interessiert es
mich ob ihr Anfahrtsflächen benötigt wo doch noch alles offen ist?
Ich zitiere mal den Duden:
Workshop [engl. für: Werkstatt; Arbeitskreis] Arbeitstreffen,
in dem zu einem vorgegebenen Thema in einer moderierten Diskussion ...
Was ist eigentlich das Thema und wer gibt es hier vor?
Sag doch einfach:
Wir, die Music Hall Dingsda haben das Ding geritzt, werden die
Halle abreissen lassen und dort was geiles hinklotzen.
Und ihr dürft mitentscheiden, wie das Ding tapeziert wird, solange
an unseren Vorgaben bezueglich Fläche und Funktionalität
(und natürlich Rendite, dieses Böse Wort) nicht gerüttelt wird...
Die anderen halten sich schön im Hintergrund bedeckt
Wer steht eigentlich als Geldgeber hinter euch oder
floriert der Mojo Merchandise so prächtig das ihr das selber stemmt?
Oder wird euch die Stadt das Ding für lau hinstellen?
Peter
Verfasst von Gast am 20. April 2010 - 15:02.Sehr geehrte Frau Denise,
Sie reden davon, dass Architekten ihre Vorschläge den Anwohnern zeigen (Vorschläge sind auch Schläge). Gerechterweise gehören doch die Anwohner viel früher in den Prozess mit einbezogen und das haben die Leute auf der Veranstaltung auch deutlich gemacht, soweit ich das verstanden habe.
Mit Vorschlägen anzukommen, wie mit einem Katalog, auf dessen Angebot man sich dann bei der Auswahl beschränken soll halte ich für eine veraltete und überhaupt nicht demokratische Lösung.
Wenn die Anwohner jetzt mit einem unkonventionellen Vorgehen gehört und ernst genommen werden wollen ist das doch gut so, denn das macht das Leben bunt.
Die von oben verordnete Bürgerbeteiligung ist sowieso eine Farce. Ich wohne in Altona und wurde schon beteiligt, indem ein Sprecher für die Bürger BESTIMMT wurde (von wem), ohne dass die Bürger das überhaupt wussten.
Wissen Sie, was ich meine?
Linke Spießigkeit
Verfasst von Gast am 16. April 2010 - 12:24.Wieso haben eigentlich nur linke Klugscheißer und notorische Besserwisser ein Recht auf Stadt". Normalerweise wird in einer Demokratie doch der Bürgerwillen durch Wahlen ausgedrückt. Euch würde nie einer wählen! Ihr glaubt wohl ihr seid was besseres!
Um solche "Kleinigkeiten"
Verfasst von Gast am 18. April 2010 - 10:42.Um solche "Kleinigkeiten" gehts doch bei Wahlen eh nie.
Wahlen gibts alle vier Jahre, wenn das die einzige Möglichkeit ist "demokratisch" tätig zu werden dann gute Nacht. Und wenn sich der Bürgerwille denn mal eindeutig manifestiert (Ole wurde abgewählt!) dann stehen die schleimigen Grünen bereit um wie damals Schill den Steigbügel der Macht zu halten.
Was konnte man auf deren Wahlplakaten noch gleich lesen? "Ole muss Weg!"....
Wenn Wahlen wirklich etwas ändern würden, wären sie längst verboten.
Weitere Beispiele: Buchenhofwald und Bismarckbad....hier war der
Bürgerwille eindeutig, die Planungen aber bereits lange abgeschlossen.
Senat evoziert.....Tschüss Bürgerwille und Demokratie!