Solidarität mit den Besetzer_innen des Frankfurter Philosophicums

Liebe Menschen auf dem Campus Bockenheim,

euer diskreter Charme der Utopie weht bis in den Norden.  Das Hamburger Recht-auf-Stadt-Netzwerk wünscht euch viel Glück! Immer wieder...
Auf das Ende der Leuchttürme der unternehmerischen Stadt!  Auf den Beginn des Zeitalters der uneindeutigen Löcher im Schatten der Häuser & Fassaden!

Solidarische Grüße,

vom Hamburger Netzwerk Recht auf Stadt 

 
Die Erklärung der Besetzer_innen:
 
Heute, am 30. Juni 2012, haben wir - Studierende, Kulturschaffende, Prekarisierte und Bürger_innen Frankfurts - das Philosophicum auf dem Campus Bockenheim der Öffentlichkeit zurückgegeben.
 
Damit beenden wir den skandalösen, 10 Jahre andauernden Leerstand eines öffentlichen Raumes und stellen uns gegen den drohenden Abriss eines der zentralen Orte Kritischer Theorie zugunsten privaten Profits.

Wir laden alle Frankfurter_innen ein, diesen vergessenen Teil ihrer Stadt wiederzuentdecken und sich anzueignen.

Mit unserer Intervention machen wir auf die drastischen Aufwertungs- und Verdrängungsprozesse in Bockenheim, Innenstadt, Ostend, Gallus und anderswo aufmerksam.
Wir verweisen auf den Widerspruch zwischen dem derzeit bestehenden Mangel an verfügbaren Lebens- und Freiräumen und dem hohen Leerstand von Gebäuden in Frankfurt.

Durch die Vergemeinschaftung des Philosophikums hinterfragen wir Eigentumsverhältnisse und schaffen einen Ort, der über die bestehenden Verhältnisse hinausweist.

Der „Kulturcampus“ als städtisches Großprojekt in Bockenheim gilt als Exempel für die Stadtentwicklung in Frankfurt. Nach dem Umzug der Universität vom Campus Bockenheim auf den IG-Farben-Campus wird der Stadtteil Bockenheim einen massiven Umstrukturierungsprozess erleben.

Mit dem Plan, hochpreisige Eigentumswohnungen und Büros im Schatten eines prestigeträchtiges Leuchtturmprojekts entstehen zu lassen, droht das Gelände zu einem exklusiven Konsum- und Erlebnisraum zu werden, der den Gentrifizierungsprozess im Stadtteil auf die Spitze treibt.

Dem wollen wir einen Ort entgegen setzen, der das bestehende kapitalistische kulturindustrielle Amüsement in Frage stellt und Möglichkeiten unkommerzieller Lebens- und Freiräume schafft.

Im Philosophicum soll langfristig ein selbstverwaltetes Wohn- und Kulturzentrum entstehen. Dafür laden wir zu öffentlichen Plena in das Gebäude ein.

In den nächsten Tagen wird es ein vielfältiges kulturelles Programm geben, welches auf der Internetseite kulturcampus-frankfurt.de abrufbar ist. Kommt zahlreich und bringt euch ein! Für mehr Freiräume und ein Leben jenseits von Lohnarbeit und Unterhaltungsshow!

Veröffentlicht von FFMler_innen auf Indymedia (CC BY-SA).

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workshop-plakat     Der zweitägige Workshop
     im Centro Sociale am
     20. und 21. Juni 2009 wurde
     die Initialzündung für die
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