NO-BNQ in den Medien (Nov.2010)

5.11.2010 in der taz-hamburg “Neues Anwohner-Konzept für Bernhard-Nocht-Quartier

5.11.2010 in der WELT “Initiative “No BNQ” will weiterhin Bernhard-Nocht-Quartier kaufen

(Beide Texte auch hier zu lesen)

19.11.2010 NDR-Fernsehen zeigte eine Dokumentation mit dem Titel “Der Schmerz von St. Pauli” - Der NDR schreibt: “Top-Locations statt billiger Absteigen, Lounge-Bars statt Eckkneipen: Der Kiez wird schick – und teuer. Das ist die Kehrseite, vor der sich viele St. Paulianer fürchten.” Anzusehen auf http://www.ndr.de/fernsehen/media/nordstory117.html oder in der ndr-mediathek wie gewohnt suchen.
(Gedreht worden war im Sommer 2009 u.a. zum Bernhard-Nocht-Quartier)

5.11.2010  taz-hamburg

Neues Anwohner-Konzept für Bernhard-Nocht-Quartier  GENTRIFIZIERUNG Die Initiative “No BNQ” präsentiert neue Pläne und hofft, dass die Stadt mitspielt

“Freundlich übernehmen” will die Anwohnerinitiative “No BNQ” das Bernhard-Nocht-Quartier im Rücken der Hafenstraßen-Häuser. Dafür hofft sie auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Das neue, am Donnerstag von der Initiative vorgestellte Konzept sieht vor, “Produktion, Bildung und Wohnen zusammen zu bringen”. Dazu will die Initiative das gesamte Areal kaufen und genossenschaftlich nutzen.

Im Mai war das vorherige Finanzierungskonzept der Anwohner nach dem Rückzug eines privaten Geldgebers gescheitert. Nun will die Initiative die erforderlichen 22 Millionen Euro für Kauf und Instandsetzung der Häuser durch günstige Kredite der stadteigenen Wohnungsbaukreditanstalt finanzieren. Die Refinanzierung soll über die Mieten laufen.

Mit ins Boot geholt hat die Initiative den Fotografen Günther Zint, eine Plattenfirma und den Hafenbasar. Auch eine Stadtteilwerkstatt soll auf dem Gelände entstehen. “Eine Förderung dieses Projekts über das Rahmenprogramm für integrierte Stadtentwicklung ist allerdings nicht möglich”, sagt Stadtentwicklungsbehörden-Sprecherin Helma Krstanoski. Denn das Areal sei kein ausgewiesenes Stadtentwicklungsgebiet.

Gegen das Vorhaben steht der Plan der Eigentümer Köhler und von Bargen, die die Häuser modernisieren, abreißen und luxuriöse Eigentumswohnungen bauen wollen. Weil auch der Investor das Bauvorhaben über die Wohnungsbaukreditanstalt finanzieren will, musste er nach Protesten Zugeständnisse machen. Mit der daraufhin ausgehandelten Mietpreisbindung für zehn Jahre wollte sich die Initiative aber nicht zufrieden geben.

Wenn die Stadt das neue Konzept nun akzeptiert, will die Initiative mit den Investoren über einen Kauf verhandeln. LKA

Das erste Konzept der Initiative war am Rückzug eines privaten Geldgebers gescheitert

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Die Welt 05.11.2010 Autor: Olaf Dittmann

Initiative “No BNQ” will weiterhin Bernhard-Nocht-Quartier kaufen

Die Mitglieder der Initiative “No BNQ” geben nicht auf. Zwar scheiterte im Frühjahr ihr Plan, das Bernhard-Nocht-Quartier zwischen Erichstraße und Bernhard-Nocht-Straße von den Investoren Köhler & von Bargen für knapp zehn Millionen Euro zu kaufen. Doch nun legten sie erneut ein umfangreiches Alternativkonzept vor, das insbesondere zahlreiche lokale Produktionsstätten für Kleingewerbe sowie günstige Wohnungen vorsieht.

Ziel ist es, als Genossenschaft und mit massiver finanzieller Unterstützung der Stadt die Gebäude zu kaufen. “Das Geld kann langfristig durch Mieteinnahmen wieder zurückgezahlt werden”, sagt Christoph Schäfer von “No BNQ”. Erste Gespräche seien bereits positiv verlaufen.

Dies wollte Enno Isermann, Sprecher der Stadtentwicklungsbehörde, zunächst weder bestätigen noch dementieren. Und auch im zuständigen Bezirk Hamburg-Mitte hat das Konzept noch keine Wellen geschlagen. “Die derzeitigen Eigentümer des Bernhard-Nocht-Quartieres haben von uns eine Baugenehmigung erhalten”, sagt Bezirksamtssprecher Lars Schmidt. Damit besteht aufseiten der Initiative rechtlich keinerlei Handhabe.

Auf erneute Verkaufsverhandlungen wollen sich die Investoren offenbar erst gar nicht einlassen. Deren Sprecher Peter Krause betont: “Der Abriss ist in vollem Gange, zwei Dächer sind abgedeckt und viele Häuser eingerüstet.” Es werde weitergebaut, so Krause. In Kürze wollen Köhler & von Bargen ihr Konzept öffentlich vorstellen.

Das Beispiel des Gängeviertels ist also kaum übertragbar auf St.-Pauli Süd. Doch auch in der Neustadt, wo Künstler und Anwohner bekanntlich einen Investor “vertreiben” konnten, gibt es Streit: Die Mitglieder der Initiative “Komm in die Gänge” teilten am Donnerstag erneut mit, dass sie “das Ruder in der Hand” behalten und keineswegs der Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg) überlassen wollen. Behördensprecher Isermann bekräftigte derweil, dass die Steg Sanierungsträger sein soll, dass aber die Künstler umfangreich in die Planungen eingebunden würden.         od

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