Die Recht auf Stadt Bewegung hätte das “Lebensgesetz moderner Städte” nicht verstanden, dräunt es sozialdarwinistisch aus der Feder von Willfried Mayer, (GAL, Ex-Senator für Stadtentwicklung), in einem Gastbeitrag für das Abendblatt. ” Die Auseinandersetzungen um das Gängeviertel, um das Bernhard-Nocht-Quartier in St. Pauli, um die Ikea-Ansiedlung in Altona sind nicht Resultat räumlicher Trennung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Sondern Begleiterscheinungen einer Neubelebung der inneren Stadt.” – “Neubelebung” nennt man also die Gentrifizierung die uns in Form von zugigen “Quartieren” der Marke “Hafenkrone” entgegentritt. Schuld daran ist nach Mayer – na, wer wohl? – die Hafenstrasse. Deren Besetzung hatte nicht etwa zur Folge, dass bis vor wenigen Jahren die Mieten auf St. Pauli niedrig geblieben sind und sich kein Investor an den Kuchen rangetraut hat, sondern: “ein Auslöser ” für den Bau von Investorenarchitektur, weiß Mayer, sei ” z. B. von den Hafenstraßlern geschaffen” worden, und zwar weil “die das alte Quartier verteidigt haben”. Auch die Tatsache, dass die durch zahlreiche Polizeieinsätze und stundenlange Wasserwerferberegnung demolierten Häuser später repariert werden mussten, weiß Mayer argumentativ umzukehren, denn “für ihre eigenen Wohnungen” sind die Ex-Besetzer “in das städtische Sanierungsprogramm eingestiegen” – und das, so Mayer, löst “Schickimickisierung” aus.
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