Seit Monaten wird auf dem Hansaplatz gebaut, ohne dass ein Ende absehbar wäre. Insgesamt 2,4 Millionen Euro sind zur Verfügung gestellt worden, um einen Platz zu „entwickeln“, der einladend wirkt und von allen Bevölkerungsgruppen genutzt werden kann. Dass der diesen Platz gestaltende Architekt ersatzlos gestrichen wurde, rund drei Dutzend Bäume gefällt wurden, das vom Stadtteilbeirat wiederholt geforderte Café noch immer unklar ist und – zu allem Überfluss – mitten in das an einigen Stellen schon fertige Pflaster wieder tiefe Löcher gegraben wurden, weil Vattenfall recht spät darauf kam, Leitungen zu erneuern, all das spricht für eine bezirkliche Planung, die es an Sorgfalt, Nachhaltigkeit und Vernunft vermissen lässt. Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte der Hansaplatz längst eingeweiht sein müssen, nun wird es mindestens noch bis April 2011 dauern.
Vor diesem Hintergrund haben sich in den vergangenen Monaten die Auseinandersetzungen zwischen der nach Schilderungen rabiater in Erscheinung tretenden Prostitutionsszene und Teilen der Bewohnerschaft verstärkt. Nicht annähernd vergleichbar mit der Situation Mitte der neunziger Jahre, aber doch ärgerlich, im Einzelfall offenbar auch bedrohlich. Ursächlich dafür sei nach Überzeugung einer frisch gebildeten „Initiative Hansaplatz“ eine neue Qualität der Kriminalität („Seit der EU-Osterweiterung 2007 erleben wir hier einen Wandel der Szene durch ‚Mafia-Organisationen’ mit Menschen- und Drogenhandel“). Doch auch der weitgehende Wegfall der polizeilichen Streifengänge im Zuge der Kürzungspolitik des Senats und die stark eingeschränkte Begehbarkeit des Hansaplatzes dürften eine zentrale Rolle für die angespannte Situation spielen.
Auf der Stadtteilbeiratssitzung am 26. Oktober wurde ein Antrag der Initiative mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit – darunter auch vom Vertreter des Einwohnervereins – abgelehnt. Die Forderungen lauteten: „konsequente Anwendung der bestehenden Sperrgebietsverordnung“, „Einführung einer Bußgeldverordnung auch für Freier“, „Einsatz des Landeskriminalamtes zur Verfolgung und Auflösung krimineller Organisationen“, „Prüfung und eventuelle Anpassung der bestehenden Gesetzesgrundlage an die gegenwärtige Situation, um beispielsweise den Außerhaus-Verkauf von Billigalkohol zeitlich einzugrenzen“, „Einsatz der Steuerfahndung im Sinne einer kontinuierlichen Überprüfung auffälliger dubioser Ökonomie im Hansaplatzviertel“, „Einsatz des Bezirksamtes,... um den Wechsel von zweifelhaften Gewerbetreibenden hin zu sinnvoller Ökonomie zu unterstützen und um die Vermietung an Hotels, die Zimmer stundenweise anbieten, und an Gewerbe, das der Geldwäsche dient, zu verhindern“.
Unabhängig davon, dass einzelne Forderungen nachvollziehbar sind, geht es im Grunde doch darum, alles infragezustellen und zu verdammen, was mit der „Szene“ im weitesten Sinne, mit Armut und sozialen Problemen aller Art zu tun hat. Die verschärfte polizeiliche Verfolgung sämtlicher Prostituierter einzuklagen, die Alkis zu verdrängen bzw. den Alkoholverkauf einzuschränken, „zweifelhaftes“ Gewerbe und Stundenhotels auszugrenzen usw. ignoriert nicht nur den Umstand, dass wir alle im Hauptbahnhofviertel leben (und in ein solches ja auch vor kürzerem oder längerem mehr oder weniger bewusst gezogen sind), ein solches Herangehen hebelt auch den in den neunziger Jahren mühsam ausgehandelten und seitdem beachteten Konsens aus, nicht der Verdrängung das Wort zu reden, sondern für ein friedliches und vernünftiges Neben- und Miteinander Sorge zu tragen.
Die vonseiten des Bürgervereins, der ev. Kirchengemeinde und des Einwohnervereins an die Initiative, das Polizeikommissariat sowie die Einrichtungen „Ragazza“ und „Sperrgebiet“ ausgesprochene Einladung zu einem Klärungs- und Vermittlungsgespräch wurde von der Initiative leider auf „Anfang nächsten Jahres“ verschoben. Ohne einen solchen Austausch wird es jedoch keine Lösung der Problemlage geben!
Vor diesem Hintergrund haben sich in den vergangenen Monaten die Auseinandersetzungen zwischen der nach Schilderungen rabiater in Erscheinung tretenden Prostitutionsszene und Teilen der Bewohnerschaft verstärkt. Nicht annähernd vergleichbar mit der Situation Mitte der neunziger Jahre, aber doch ärgerlich, im Einzelfall offenbar auch bedrohlich. Ursächlich dafür sei nach Überzeugung einer frisch gebildeten „Initiative Hansaplatz“ eine neue Qualität der Kriminalität („Seit der EU-Osterweiterung 2007 erleben wir hier einen Wandel der Szene durch ‚Mafia-Organisationen’ mit Menschen- und Drogenhandel“). Doch auch der weitgehende Wegfall der polizeilichen Streifengänge im Zuge der Kürzungspolitik des Senats und die stark eingeschränkte Begehbarkeit des Hansaplatzes dürften eine zentrale Rolle für die angespannte Situation spielen.
Auf der Stadtteilbeiratssitzung am 26. Oktober wurde ein Antrag der Initiative mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit – darunter auch vom Vertreter des Einwohnervereins – abgelehnt. Die Forderungen lauteten: „konsequente Anwendung der bestehenden Sperrgebietsverordnung“, „Einführung einer Bußgeldverordnung auch für Freier“, „Einsatz des Landeskriminalamtes zur Verfolgung und Auflösung krimineller Organisationen“, „Prüfung und eventuelle Anpassung der bestehenden Gesetzesgrundlage an die gegenwärtige Situation, um beispielsweise den Außerhaus-Verkauf von Billigalkohol zeitlich einzugrenzen“, „Einsatz der Steuerfahndung im Sinne einer kontinuierlichen Überprüfung auffälliger dubioser Ökonomie im Hansaplatzviertel“, „Einsatz des Bezirksamtes,... um den Wechsel von zweifelhaften Gewerbetreibenden hin zu sinnvoller Ökonomie zu unterstützen und um die Vermietung an Hotels, die Zimmer stundenweise anbieten, und an Gewerbe, das der Geldwäsche dient, zu verhindern“.
Unabhängig davon, dass einzelne Forderungen nachvollziehbar sind, geht es im Grunde doch darum, alles infragezustellen und zu verdammen, was mit der „Szene“ im weitesten Sinne, mit Armut und sozialen Problemen aller Art zu tun hat. Die verschärfte polizeiliche Verfolgung sämtlicher Prostituierter einzuklagen, die Alkis zu verdrängen bzw. den Alkoholverkauf einzuschränken, „zweifelhaftes“ Gewerbe und Stundenhotels auszugrenzen usw. ignoriert nicht nur den Umstand, dass wir alle im Hauptbahnhofviertel leben (und in ein solches ja auch vor kürzerem oder längerem mehr oder weniger bewusst gezogen sind), ein solches Herangehen hebelt auch den in den neunziger Jahren mühsam ausgehandelten und seitdem beachteten Konsens aus, nicht der Verdrängung das Wort zu reden, sondern für ein friedliches und vernünftiges Neben- und Miteinander Sorge zu tragen.
Die vonseiten des Bürgervereins, der ev. Kirchengemeinde und des Einwohnervereins an die Initiative, das Polizeikommissariat sowie die Einrichtungen „Ragazza“ und „Sperrgebiet“ ausgesprochene Einladung zu einem Klärungs- und Vermittlungsgespräch wurde von der Initiative leider auf „Anfang nächsten Jahres“ verschoben. Ohne einen solchen Austausch wird es jedoch keine Lösung der Problemlage geben!
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