Eine neue Ausgabe von "Trendy Teuer Langweilig" ist fertig und wird in den nächsten Tagen in einer Auflage von 2.000 Stück in Hamburg verteilt.
Auf 12 Seiten stellt das Heft aktuelle Brennpunkte der hamburgischen Stadtverplanung vor und richtet sich vornehmlich an bislang (noch) unorganisierte Menschen.
WIR SIND DIE NEUE MEHRHEIT
hamburg 2009
Trendy Teuer Langweilig
Liebe Leute,
es reicht: Wir haben die Schnauze voll von leerstehenden Bürotürmen, teuren
Prestigeobjekten und luxuriösen Eigentumswohnungen. Wir akzeptieren keine
steigenden Mieten, wir wehren uns gegen die Verdrängung lang ansässiger Familien
und Gewerbe, gegen die Ansiedlung von Kettengastronomien, die Umwandlung von
Miet- in Eigentumswohnungen und die Beschneidung öffentlicher und kultureller
Räume.
Hamburgs Leitbilder der unternehmerischen und wachsenden Stadt gehen uns am
Arsch vorbei. Wir nehmen nicht länger hin, dass unsere Bedürfnisse und unsere
Lebensqualität dem Standortmarketing und dem Wirtschaftswachstum kategorisch
untergeordnet werden und alles, was sich zu Geld machen lässt, verschachert wird.
Deshalb demonstrieren wir, besetzen Häuser, machen Straßenfeste, spielen
Benefiz-Konzerte, tanzen Walzer, schreiben Briefe, gründen Bürger-Initiativen und
organisieren Vernetzungstreffen. Wir sammeln uns, tauschen uns aus, bündeln unsere
Kräfte und nehmen uns das “Recht auf Stadt”. Wir sind es, die entscheiden, wie wir
leben wollen, und nicht Politiker, Stadtplaner oder Investoren.
Und wir sind erfolgreich. So hat der nicht-kommerzielle Stadtteiltreff “Centro Sociale”
– ein zentraler Kontrapunkt zur Gentrifizierung in St. Pauli – gute Aussichten, die
Verdrängungsversuche der STEG abzuwehren. In Altona konnte die Initiative “Kein
IKEA in Altona” einen vorübergehenden Planungsstopp für den schwedischen Möbel-
Riesen erwirken. Die Investoren des Bernhardt Nocht Quartiers haben auf das breite
Engagement der NoBNQ-Initiative sichtlich erschrocken mit Zugeständnissen reagiert.
Auch die Ansiedlung von Beach-Clubs am Elbufer der Hafenstraße konnte verhindert
werden. Und auch in den Medien werden die Entwicklungen endlich kritisch
diskutiert.
Doch noch ist es zu früh, sich zufrieden zurückzulehnen. Durchgesetzt werden kann
eine andere Idee von Stadt nur in tatsächlichen Auseinandersetzungen und möglichst
breiten städtischen Bündnissen. Ein “Recht auf Stadt” kann dafür die nötigen
Argumente liefern und erscheint als Dachidee. Der Kampf um Räume richtet sich
dabei aber nicht gegen die Stadt, sondern ist als ganz selbstverständlicher Teil der
Stadtentwicklung zu verstehen.
Mehr denn je braucht es daher jetzt helfende Hände, kluge Köpfe und flammende
Herzen, um die zum Teil verheerenden Planungen des Senats zu kippen.
Gängeviertel in der Innenstadt, Moorburgtrasse durch Altona, Mietervertreibung in
St. Pauli: Auf den folgenden Seiten werden aktuelle Brennpunkte vorgestellt, an
denen Unterstützung dringend notwendig ist.
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NEHMEN WIR UNS DAS RECHT AUF STADT
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BRENNPUNKTE
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Centro Sociale
Der nicht kommerzielle Stadtteiltreff, der sich als Kontrapunkt zur Gentrifizierung in
St.Pauli etabliert hat, wird durch einen fragwürdigen Wettbewerb der STEG bedroht.
Bis auf eine Ausnahme haben alle Mitbewerber aus Rücksicht auf das Centro ihre Bewerbung
zurückgezogen. Die Entscheidung fällt voraussichtlich am 5.11. Wir sagen:
Daumen hoch fürs Centro! www.centrosociale.de
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Bernhard-Nocht-Quartier
Die Bernhard-Nocht-Straße und die Erichstraße im Süden St. Paulis sind ein wichtiger
Teil der Hamburgischen Geschichte. In unmittelbarer Nähe zum Hafen entstand
hier über mehrere Jahrhunderte ein lebhaftes, buntes und eigenständiges Viertel, in
dem Seeleute, Angestellte, KünstlerInnen, Kneipiers, Familien, Studierende, Kinder
und RentnerInnen nachbarschaftlich miteinander leben. Diese jahrhundertelang
gewachsene Struktur an Gebäuden und Bewohnern ist nun akut gefährdet. Denn
Bezirkspolitiker und Investoren (Köhler & von Bargen) wollen hier das sogenannte
“BNQ – Bernhard-Nocht-Quartier“ bauen. Geplant sind 78 hochpreisige Eigentumswohnungen.
Für die gewachsene Nachbarschaft bedeutet dies das Aus. Denn
die Ansiedlung der Besserverdiener hätte massive Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur,
den Mietpreis und das kulturelle Angebot. Die Anwohnerinitiative “NO
BNQ“ will deshalb dieses Projekt stoppen und hat in einem offenen Brief eine Verweigerung
der Baugenehmigung für das Projekt des Hamburger Investors Köhler & von
Bargen gefordert. Außerdem erarbeitet die Initiative ein eigenes Konzept zur Nutzung
der Fläche, inklusive eines realistischen Finanzierungsmodells frei von Spekulationsinteressen.
Mitglieder der Initiative hatten bereits erfolgreich den Erho-lungspark
“Park Fiction“ entwickelt und realisiert. Infos unter: www.no-bnq.org oder auch hier:
www.esregnetkaviar.de
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Gängeviertel
Seit August haben mehr als 200 Künstler die seit Jahren leer stehenden Gebäude
im Gängeviertel besetzt und stoßen bei weiten Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung:
Einerseits wegen der Rettung des wunderschönen historischen Quartiers,
andererseits wird die Arbeit und das Programm der Initiative als Bereicherung für die
Innenstadt empfunden. Zumal die politischen Geschehnisse mittlerweile selbst an ein
Theaterstück erinnern. In den Hauptrollen: Der niederländische Investor Hanzevast
behauptet nach wie vor, 80 Prozent der Gebäude abreißen und Büros und Wohnungen
bauen zu wollen. Vielleicht wartet er aber auch nur auf einen goldenen Handschlag.
Finanzsenator Freytag verhinderte vor Kurzem persönlich die Rückabwicklung der
Verträge mit dem Investor, und beweist erneut, dass er nicht in der Lage ist, das
kulturelle Erbe der Stadt zu vertreten. Stadtentwicklungssenatorin Hajduk schweigt
sich aus. Verständlich, da ihre Behörde für das desaströse städtebauliche Konzept für
das Gängeviertel verantwortlich ist. Kultursenatorin von Welk zeigt sich sensibel für
Denkmalschutz und Künstlerprekariat, ist dabei selbst für die Situation der Künstler
in Hamburg mitverantwortlich. Die Künstlerinitiative ist der Stadt mittlerweile
ein großes Stück entgegen gekommen. Sie haben die zwei Hauptgebäude freiwillig
geräumt, um der Stadt Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe zu ersparen.
Weiterhin fordern die Künstler die Rückabwicklung der Verträge, die Umsetzung ihres
Entwicklungskonzeptes, den Rücktritt von Michael Freytag und die Offenlegung der
Verträge. Dabei brauchen sie dringend Unterstützung: www.gaengeviertel.info
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Hände weg vom Isebek
Der “Hoheluftkontor“, ein fünfstöckiges Bürogebäude, soll zwischen U-Bahnhof
Hoheluftbrücke und Isebekkanal angesiedelt werden. Das wird den Biotopverbund
zwischen dem Isebek-Grünzug und dem Grünzug an der U-Bahn zerstören und die
denkmalwürdigen Gebäude der Nachbarschaft optisch erschlagen. Rodungen und
Bebauungen hatte die Bezirksversammlung noch am 13.8.2009 ausdrücklich abgelehnt,
indem er dem Bürgerbegehren “Hände weg vom Isebek!“ (mit mehr als
12000 Unterschriften!) unverändert zustimmte. Doch inzwischen ist klar, dass diese
Zustimmung nur vorgetäuscht war, um die Durchführung des gesetzlich vorgeschriebenen
Bürgerentscheids zu vereiteln. Am 26.2.2009 verzichtete die Bezirksversammlung
bei ihrer ersten “Scheinübernahme“ des Bürgerbegehrens großzügig auf
den Bau des monströsen “Hoheluftkontors”, um diesen Beschluss dann wenig später
am 31.3.2009 im Stadtplanungsausschuss zu widerrufen. Besonders dreist: Trotz
einstweiliger Anordnung durch das Verwaltungsgericht versuchten Bezirkspolitiker
diesen Trick ein zweites Mal. Das Bezirksamt bezeichnete das vom Hauptausschuss
übernommene Bürgerbegehren als “rechtlich nicht bindend”. Diese Missachtung
Eimsbüttler Bürger und ihrer Rechte ist die Isebek-Initiative nicht bereit hinzunehmen.
Sie beschloss deshalb, ein neues Bürgerbegehren zu Verteidigung der Bürgerrechte
im Bezirk einzuleiten. Unterstützt werden kann das unter: www.isebek-initiative.de
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Großraum Altona
Altona-Altstadt sowie Teile von Altona-Nord sind in den Fokus der innerstädtischen
Stadtentwicklung gerückt. Gleich drei maßgebliche Planungsinstrumente werden
in den kommenden 15 Jahren zu einer massiven Umstrukturierung des betroffenen
Gebietes führen. Es handelt sich um den “Masterplan Altona“, das Programm der
“integrierten Stadtteilentwicklung“ und das “Sanierungsgebiet Altona Altstadt S5“.
Zu den Planungsaufgaben gehören die Umgestaltung der Neuen Großen Bergstraße
und des Grünzuges Altona, die Bebauung des Geländes um den derzeitigen Bahnhof
Altona, die Bebauung des nördlichen Elbufers und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
und vieles mehr.
Eine zentrale Leitlinien der Planungen ist die städtebauliche Verdichtung und die
Schaffung hochwertigen Wohneigentums sowie der Bau von Gewerbe- und Büroflächen.
Die Große Bergstraße und das Frappant sind Bestandteil des Sanierungsgebietes “Altona-
Altstadt S-5“. Sanierungsträger ist die STEG. Die Stadt beurteilt die Entwicklung
der Ottensener Hauptstraße als positiv und die der Großen Bergstraße als negativ.
Gleiches gilt für die Bevölkerungs- und Sozialstruktur. So wird in einem Gutachten die
BewohnerInnen-Struktur des Stadtteils als ungünstig bezeichnet.
Ziel des Sanierungskonzeptes ist die “Stabilisierung der Großen Bergstraße als
Wirtschaftsstandort“ und der “Ausbau der Zentrumsfunktion“. Der öffentliche Raum
Große Bergstraße soll zu einer Flaniermeile “aufgewertet“ werden. Dafür soll die
Kaufkraft im Viertel erhöht werden – nicht etwa durch eine Erhöhung des Hartz4-
Satzes oder die Einführung von Mindestlöhnen, sondern durch die Verdrängung von
Menschen mit weniger Geld. Da rund die Hälfte der im Sanierungsgebiet gelegenen
Wohnungen als sanierungsbedürftig eingestuft sind, steht der “Stärkung der Wohnfunktion”
(=Schaffung von hochwertigem Wohneigentum) nichts mehr im Wege. AnwohnerInnen,
die dieser angestrebten “sozialen Durchmischung“ im Sanierungsgebiet
S5 zum Opfer fallen, werden in mietgünstigen Quartieren eine neue Bleibe suchen
müssen.
Der geplante IKEA-Bau ist nur ein Puzzelteil des gesamten Planungsvolumens. Am
nördlichen Elbufer etwa sollen u.a. zwei Hochhäuser und diverse Bürogebäude entstehen,
die letzten Baulücken geschlossen und die Fischmarkthallen aufgestockt werden.
Es entstehen ein Kreuzfahrtterminal und ein Yachthafen. Die Bauanträge für den
Großteil dieser Planungen sind bereits genehmigt. Dadurch wird nicht nur der Elbblick
maßgeblich eingeschränkt, sondern auch das Verkehrsaufkommen erhöht.
Die Schaffung günstigen Wohnraums wird in keinem der drei Planungsinstrumente als
Ziel formuliert. Der Stadtrand lässt grüßen.
Eine Arbeitsgruppe der Kein-Ikea-Initiative begleitet diese Entwicklungen kritisch und
braucht Unterstützung: ja@kein-ikea-in-altona.de (Stichwort: Stadtteilstruktur)
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IKEA in Altona
Das schwedische Möbelhaus will im Sommer 2012 in Altonas Großer Bergstraße seine
erste City-Filiale eröffnen – dort, wo jahrelang das Frappant-Gebäude leer stand,
das in jüngster Zeit von 140 KünstlerInnen genutzt wird. Geplant ist – vergleichbar
mit den Filialen in Schnelsen und Moorfleet – ein achtstöckiger Klotz mit 50 000 qm
Brutto-Geschossfläche. Die Auswirkungen auf den Stadtteil wären gravierend – für
Anwohner und Gewerbetreibende.
Beispiel Verkehr: Ikea kalkuliert mit rund 10 000 KundInnen pro Tag, am Wochenende
gar mit bis zu 20 000. Das heißt auch: Min-destens 6000 PKWs fahren pro Tag durch
die Altonaer Poststraße. Ikea stellt aber nur ca. 800 Parkplätze auf dem eigenen
Parkdeck bereit. Alle weiteren Kunden werden sich ihre Parkplätze in den umliegenden
Wohnstraßen suchen müssen.
Beispiel Gewerbe: Die umliegende Gastronomie wird kaum mit dem Preisleistungsverhältnis
des geplanten Ikea-Restaurants mit rund 700 Plätzen konkurrieren können.
Folglich werden alteingesessene Läden mittelfristig schließen müssen.
Beispiel Anwohner: Die mit der “Aufwertung“ des Viertels zu erwartenden Mieterhöhungen
werden sowohl Gewerbetreibende wie auch alteingesessene AnwohnerInnen
vertreiben. Die AnwohnerInnen-Initiative “Kein-Ikea-in Altona“ wehrt sich gegen diese
Form von Stadt- und Standortpolitik, die die wirtschaftliche Entwicklung über die
Bedürfnisse der AnwohnerInnen stellt und die Gestaltung des Lebens- und Wohnraumes
maßgeblich den Vorstellungen privater Investoren überlässt. Die Initiative “Kein
IKEA in Altona“ fordert, dass die AnwohnerInnen über die Gestaltung der Großen
Bergstraße entscheiden sollen. www.keinikeainaltona.de
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Grünzug Altona
Im Grünzug Altona sind massive Änderungen geplant, die von fast allen Parteivertretern
in der Bezirksversammlung für gut befunden werden. Geht es nach dem neuen
städtebaulichen Entwurf, dem so genannten Konzept Hidde, soll der Grünzug in eine
Art Boulevard vom Fischmarkt bis zum Holstenbahnhof verwandelt werden. Zwei
breite Fußwege sollen Rasenflächen säumen. Damit soll “brachliegendes Potenzial“
genutzt werden. Das heißt aber auch, dass ein Teil der Parkflächen zugebaut werden
und viele der bisherigen Nutzungen entfallen oder in Seitennischen verlegt werden
sollen. Die Initiative fordert, dass die fortwährende Nachverdichtung dieses Stadtteils
nicht auf Kosten der Parkanlagen geschehen darf. Der Park, die Grünflächen und der
Spielplatz sollen nicht verkleinert werden. Das bisherige Nutzungskonzept des Walter-
Möller-Parks soll erhalten bleiben. Infos unter: www.gruenzug-altona.de
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Moorburgtrasse stoppen
Der umstrittene Energiekonzern Vattenfall will eine gigantische Fernwärme-Leitung
bauen, die das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg an Hamburg anschließen soll.
Die Leitung führt durch den Freihafen, unterquert die Elbe und St.Pauli mit einem
4,5m breiten Tunnel und läuft ab Louise-Schröder-Str. / Holstenstrasse oberirdisch
als 8 x 3m - Trasse durch Grünanlagen und Wohngebiete. Kosten: 240 Millionen Euro,
Bauzeit: vier Jahre. Überall entlang der Strecke regt sich Widerstand. In Altona etwa
sollen 300 Bäume abgeholzt werden. Eine breite Initiative von Anwohnern, Stadtteilaktivisten
und Umweltorganisationen kämpft nicht nur gegen die Zerstörung
der Parks, sondern der Protest richtet sich auch gegen das Kohlekraftwerk an sich.
Darüberhinaus wird im Sinne eines “Rechts auf Stadt” eine echte Beteiligung der
Anwohner an Stadtentwicklung gefordert. Unterstützen kann man die Initiative unter:
www.moorburgtrasse-stoppen.de
Hilfreich ist es auch, wenn (Noch-)Vattenfall-Kunden den Stromanbieter wechseln.
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Apfelbaum braucht Wurzelraum
Der Senat plant, in Altona über 35 ha stadteigene Grün- und Erholungsflächen –
darunter Kleingärten, Parks und Sportanlagen – zu verkaufen und zur Bebauung zu
opfern. Damit sollen Kosten für Teile eines Autobahndeckels über die A7 bestritten
werden – ohne dass Finanzierungsalternativen wahrgenommen werden. Die Altonaer
Bevölkerung hat fast 9000 Unterschriften für das Bürgerbegehren zur Rettung der
Kleingärten in Altona gesammelt. Das Bezirksamt hat jedoch signalisiert, dass die
Fachbehörden einer planrechtlichen Absicherung nicht zustimmen und sich auch über
einen erfolgreichen Bürgerentscheid hinwegsetzen würden. Jetzt ist jede Unterstützung
notwendig. Meldet euch bei der Initiative “Apfelbaum braucht Wurzelraum“ -
Rainer R. Scholz, Eulenstr. 95, 22763 HH, Tel: 390 93 73, info@wurzelraum.de,
www.wurzelraum.de, www.schreberspacken.de
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Elbtreppenhäuser
Die SAGA will nach wie vor drei der 5 Häuser abreissen und seit Jahren versuchen die
Mieter der Häuser, dies zu verhindern. Inzwischen stehen 40 Prozent der Mietfläche
leer, da die SAGA nicht neu vermietet. Obwohl die Mieterinitiative immer wieder positive
Rückmeldung aus der Politik bekommt, passiert nichts. Der Abriss droht.
Infos unter: www.elbtreppe.com
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Zollhäuschen am alten Elbtunnel
Seit zwei Jahren werden die ehemaligen Zollhäuschen auf der Südseite des Alten
Elbtunnels von Künstlern, Musikern, einer Fahrradwerkstatt und einem kleinen Cafe
genutzt. Ausstellungen, Kinoabende, Konzerte und Feste finden dort statt, Durchreisende
nutzen die Fahrradwerkstatt, Seeleute den Fahrradverleih und Touristen schätzen
den Kaffee abseits vom Trubel der Landungsbrücken. Dieser Ort der Gemeinsamkeit
soll nun weichen – für einen Schuttberg. Die Hamburg Port Authority möchte die
Gebäude abreissen, um den bei der Sanierung des Tunnels anfallenden Schutt auf der
entstehenden Freifläche zwischenzulagern. Praktischerweise hat man die Fläche nach
dem Ende der Sanierungsarbeiten dann schon geräumt – was läge näher als eine
öde Kettengastronomie für die anrückenden Touristenmassen? Das Denkmalschutzamt
prüft derzeit ob die Anlage ganz oder teilweise schützenswürdig ist. Es ist zu
befürchten, dass die HPA Fakten schaffen will, bevor eine endgültige Entscheidung
gefallen ist. www.alterelbtunnel.info
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Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg
Mit der IBA und der IGS stehen für 2013 zwei Megaevents an, deren Ausstrahlungskraft
weit über Hamburg hinaus gehen soll. Hierfür wird die Elbinsel schon jetzt
bespielt, umgestaltet und verplant.
Wer sich einen Überblick über die noch nicht finanzierten Phantasien der Planer machen
will, dem sei ein Blick auf die Internetseiten von IGS und IBA empfohlen. Parklandschaften,
flanierende Menschen, Ökohäuser und ein Erlebnisbad werden präsentiert,
der Wunschtraum einer geglätteten, widerspruchslosen Realität. Mit der Realität
des heutigen Wilhelmsburg hat das Ganze wenig zu tun. Es ist nichts weiter als ein
planerischer Wunschtraum, hinter dem knallharte wirtschaftliche Interessen stehen.
Schnell wird deutlich, dass hier keine Projekte für die Menschen vor Ort entstehen,
sondern ein weiteres, bedeutendes Puzzleteil des Unternehmens Hamburg.
Und das hat gravierende Folgen gerade für alle diejenigen, die nicht in dieses
geglättete Bild passen. Deshalb werden diese “Spiele” nicht nur keine Vorteile
für die BewohnerInnen und Bewohner bereithalten, sondern sind als offene Drohung
zu verstehen. Steigende Mieten, der Verlust von “wilder Fläche”, Privatisierung und
damit schrittwiese Austausch der BewohnerInnen. Die Bemühungen zur Schaffung
eines breiten, bejahenden Konsenses zu IBA und IGS sind immens, wie erfolgreich
sie sein werden, läßt sich noch nicht abschließend sagen. Nicht zulezt wird es auch
davon abhängen, inwiefern es gelingt, kritische Gegenstimmen hörbar zu machen.
Nehmt Kontakt auf: www.aku-wilhelmsburg.blog.de
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Gartenkunstnetz in der Schanze
Am Rand der szenigen und schmucken Schanze, in der Eifflerstraße, residiert seit
2003 der Verein “Gartenkunstnetz”. Am Fuße der S-Bahn-Strecke werden seitdem
künstlerische Pflanzen- und Insektenforschung betrieben sowie Lesungen, Theater
und Konzerte veranstaltet. Nun droht das Aus: Die Hamburger Finanzbehörde hat im
letzten Jahr für das “Gartenkunstnetz”-Grundstück und vier benachbarten Parzellen
ein Gebotsverfahren ausgeschrieben. Gesucht wird ein Investor, der das insgesamt
1.133 Quadratmeter Gelände bis zu viergeschossig bebauen soll. Die Steg plant
dort im Auftrag der Stadt eine Kreativimmobilie, im Klartext: Büros für Werber. Die
Betreiber haben den Platz nun besetzt. Jeden Tag von 18 bis 20 Uhr können Interessierte
sich das Grundstück anschauen, sich informieren, mithelfen oder einfach die
Atmosphäre bei einem Getränk genießen. Außerdem findet jeden Montag um 19h das
Besetzerplenum statt. Weitere Infos unter www.gartenkunstnetz.de
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Rote Flora
In diesem Jahr feiert sie ihr 20-jähriges Jubiläum: Die Rote Flora, DAS alternative
Kulturzentrum in der Schanze. Wie viele Jahre noch dazukommen werden, ist derzeit
fraglich. Denn Eigentümer Klausmartin Kretschmer soll bereits einen Verkauf der
Roten Flora planen und mit Innensenator Ahlhaus über eine Räumung des besetzten
Gebäudes reden wollen. Hintergrund: Kretschmer hatte die Rote Flora 2001 für
370000 DM erworben. Bis heute hat sich der Grundstückswert auf acht bis zehn
Millionen Euro erhöht. Es halten sich hartnäckige Gerüchte, wonach das Gebäude
zu einem Musical-Theater umgebaut werden soll. Wie wichtig die Rote Flora und ihr
kulturelles Angebot für das Viertel – vor allem in Zeiten zunehmender Aufwertungsattacken
– ist, liegt auf der Hand. Deshalb ist Unterstützung aus der Bevölkerung eine
Selbstverständlichkeit. www.nadir.org/nadir/initiativ/roteflora
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Kameraüberwachung
Kriminalität bekämpfen: Mit dieser Zielsetzung werden in Hamburg seit Jahren immer
mehr öffentliche Räume mit Kameras überwacht. Auf der Reeperbahn etwa werden
Menschen seit 2006 mit 12 Polizei-Kameras überwacht – und das nicht nur zu
“kriminalistisch interessanten” Zeiten, sondern an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden
am Tag. Der Erfolg dieser Maßnahme aber blieb aus. Eine Auswertung ergab:
Im nicht überwachten “Kontrollbereich” ist die Kriminalität weniger stark gestiegen
als im “Überwachungsbereich”. Kameraüberwachung ist vielfach nicht nur ineffektiv
und teuer, sondern auch illegal. Beispiel: Die Überwachungen im Schanzenviertel aus
Privatwohnungen heraus, mit denen angeblich Geschäfte, die in der Vergangenheit
Ziele von Farbbeutelattacken waren, geschützt werden sollten, waren nicht rechtens
– denn bei Sachbeschädigung gelten präventive Kameraüberwachungen als “unverhältnismäßig“.
Erster Erfolg: Die Videoüberwachung auf dem Hansaplatz in St. Georg
wird aller Voraussicht nach eingestellt.
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Umgestaltung Pferdemarkt
Der grüne Platz am Pferdemarkt ist einer der letzten unbebauten öffentlichen Räume
in St.Pauli. Eine vom CDU-Abgeordenten Cyrus Zahedy gegründete Interessensgemeinschaft
plant nun mehrere “Projekte“ auf der Grünfläche. Gemeint sind auf Touristen
zielende Party-Angebote. Auch eine Umnutzung des Parks durch Errichten einer
buddhistischen Gebets-Säule mit großflächig gepflasterten Steinen und Einzäunung
durch Hecken wird diskutiert. Doch für Anwohner bedeuten diese Pläne eine zusätzliche
Belastungen durch mehr Lärm, mehr Verkehr und mehr Dreck. Das Viertel um den
Pferdemarkt sei ohnehin übersättigt und überstrapaziert mit Kultur und Party. Daher
der Wunsch, den Platz so zu lassen, wie er ist. ampferdemarkt.wordpress.com
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Clubs an der Sternbrücke
Fundbureau, Astra-Stube, Waagenbau – das magische Club-Dreick unter der Sternbrücke
ist seit 10 Jahren eine feste Größe im Hamburger Nachtleben. Ende des
Jahres aber ists vorbei mit der Subkultur-Herrlichkeit: Die Deutsche Bahn hat allen
Vertragspartnern zum 31. Dezember 2009 aufgrund von Instandsetzungsmaßnahmen
gekündigt. Eine Rückkehr der Clubs nach Sanierung ist unmöglich, weil eine komplette
Beton-Auffüllung der Räume notwendig wird. Jetzt suchen die Club-Betreiber
nach neuen Räumlichkeiten und warten bislang vergeblich auf Unterstützung durch
Politik. Durch diesen Kahlschlag in der Clubszene verliert jede öffentliche Clubförderung
ihre Glaubwürdigkeit. Petition unterschreiben unter: www.sternbruecke.de
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St.Georg
Von der Langen Reihe bis zum Hansaplatz ist die Sozial- und Gewerbestruktur von
St.Georg in den letzten Jahren massiv umgekrempelt worden. Und die Aufschickungswalze
rollt weiter. Widerstand organisiert der Einwohnerverein und die Bürginitiative
“Ohne Mix is nix”: www.einwohnerverein-stgeorg.de
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klingeling
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Über zahlreiche kritische Nachfragen zu den Brennpunkten
freuen sich folgende ausgewählte Ansprechpartner:
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Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden die Kontaktadressen hier nicht wiedergegeben.
Entnehmen Sie die E-Mail-Adressen und Rufnummern der Entscheider bzw. Mitverantwortlichen
bitte der Printausgabe.
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Kontakt: hallo@we-make-the-city.com
Coverbild: Wesley Willis is the king of all rock`n roll
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