Eine Gartenstadt für Hamburg - Konzeptstudie zur Überbauung des A7-Autobahndeckels

Das Anfang des Jahres in der Hamburger Morgenpost angekündigte Konzept für eine Bebauung des A7-Deckels liegt nun vor. Der Hamburger Architekt Sven Erik Dethlefs hat ein innovatives Konzept aufgestellt, mit dem Hamburg nicht nur seine Grünflächen erhalten könnte, sondern eine autofreie kleine Gartenstadt bekäme und den angepeilten Klimaschutzzielen ein Stück näher kommen könnte.

Das Konzept stellt gleichzeitig einen offenen Brief an den Hamburger Senat dar. Wir dürfen zu Recht auf die Reaktionen gespannt sein, die dieser Ansatz auslösen wird:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir begrüßen, daß sich der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg für die Deckelung der A7 entschieden hat und den Planungsprozess voran treibt.

Unsere Befürchtung ist jedoch, daß bei der vorgesehenen Planung das Potential des Gesamtprojektes nicht genutzt wird und einmalige Möglichkeiten für die Stadt verloren gehen. Wir möchten Ihnen daher unser erweitertes Konzept zur Überbauung der BAB A7 in Hamburg vorstellen. Dieses Konzept stellt sicher, daß das Vermögen der Stadt erhalten bleibt und ein Zugewinn entsteht, der die Überbauung der A7 zu einem Gewinn für Alle macht. Unser Konzept sieht vor, daß die A7 nicht nur einen Deckel erhält, sondern, daß diese Fläche für den Wohnungsbau aufgewertet und nutzbar gemacht wird. Dies gewährleistet, daß die für die Finanzierung des Projektes vorgesehenen Flächen (Kompensationsflächen) im Bestand der FHH bleiben und nicht veräußert werden müssen.

Das Konzept der Überbauung der A7 ist so simpel, wie bestechend schön. Es vereint die Möglichkeiten die ein solches Projekt städtebaulich, sozial und ökologisch für die Stadt Hamburg, auf Jahrzente hinaus zu leisten vermag.
Europaweit gibt es Beispielprojekte, auf deren Erfahrungen wir aufbauen können und die wir mit den heutigen Möglichkeiten und Ansprüchen, in die Zukunft fortschreiben können.

Wir haben die Absicht, die A7 nicht nur mit einem Deckel zu versehen, sondern mit einer Bebauung, die als Gartenstadt angelegt, diesen gesamten Bereich zu einem städtebaulich prägenden Teil Hamburgs werden läßt.
Wir sehen vor, die gesamte A7, ab Elbtunnel zu überbauen. Gerade hier entsteht dadurch die Anbindung dieses Bereiches an die Elbe, ähnlich dem Jähnisch Park, dessen Hügel sich zur Elbe hinneigen.

Die Überbauung der A7 benötigt dort, wo Gebäude vorgesehen sind, aus brandschutztechnischen Gründen eine Tiefgarage. Dies erhöht die Kosten der Überbauung, diese bewegen sich aber in bauüblichen Bereichen, da eine Tiefgarage zu jedem neuen Gebäude dazu gehört.
Zusätzlich würden dabei Garagenplätze, auch für die umliegende Bebauung entstehen. Genau diese Anforderung an eine Überbauung ist jedoch der Grund, warum wir jetzt diese Bebauung planen müssen. Denn wenn wir dieses jetzt nicht tun, verschließen wir uns diese Möglichkeit für immer. Ein Nachrüsten ist baulich, konstruktiv ausgeschlossen.

Es wird also an den Orten, an denen Häuser errichtet werden sollen, eine zweite Ebene installiert. Das ist alles. Mehr braucht es nicht, um diese Nutzung zu ermöglichen!

Was resultiert im Weiteren aus diesem Konzept?
Diese somit entstandenen Flächen können als hochwertiges Bauland verkauft werden!Die sogenannten Verwertungsflächen, bleiben im Bestand der Stadt Hamburg.

Die Kleingärtner müssen nicht umziehen.

Für die Bebauung selbst ergeben sich wahrhaft zukunftsweisende Möglichkeiten. Möglichkeiten, die der Dimension des Projektes entsprechen.

Die Gründungspfähle der Tragekonstruktion können als Geothermiepfähle ausgebildet werden und liefern damit über die Erdwärme die Energie für die gesamte Bebauung. Allein dieses Prinzip wäre in der Lage die gesamte benötigte Energie zu liefern inklusive der Energie für das Krankenhaus Altona. Als Klimastadt, die Hamburg ist, ist es schon eine Selbstverständlichkeit, daß dieses wegweisende Konzept komplett mit Solarthermie ausgestattet wird. Dadurch wird die energetische Ausrichtung des Projektes nach aussen sichtbar. Und es entsteht ein Stadtteil der mehr Energie produziert als er benötigt!

An den Lüftungsbauwerken können zusätzlich Wärmetauscher installiert werden, die die Abluft aus dem entstandenen Tunnel nutzen. Dies wäre in der Tat eine Zukunftstechnologie, an der die Industrie großes Interesse zeigt und das sicher Strahlkraft weit über Hamburg hinaus hat.
Bei den heute üblichen und den zukünftig zu realisierenden Baustandards, wird dieses Projekt damit zu einem ++ Energie Projekt.

Der gesamte Bereich ist Autofrei! Die Zuwegung per Auto erfolgt über die Tiefgaragen. Diese werden über seitliche Zufahrten erreicht. Es entsteht eine Gartenstadt europäischen Zuschnitts.

Der finanzielle Gewinn, bei Veräusserung der bei diesem Konzept entstandenen Flächen, läge über dem Gewinn der Veräusserung der Verwertungsflächen. Diese bleiben zudem im Bestand der Stadt Hamburg.

Der Veräußerungsgewinn liegt bei diesem Konzept bei kalkulierten 170 Millionen Euro. Nach den in der Presse genannten Summen wäre dies genau die Summe, die die Stadt Hamburg aufbringen muß um die geplanten Bereiche mit einem Deckel zu versehen.
Und wir haben die zusätzlichen Bereiche in Eimsbüttel, Stellingen und Schnelsen noch garnicht in diese Betrachtung mit einbezogen! Ebenso haben wir in diese Betrachtung noch nicht die Grundwerwerbsteuer mit einbezogen.

Die Bebauung ist quer zur Fahrbahn der darunter liegenden BAB konzipiert. Durch die Überbauung mit einem Tiefgaragengeschoss entstehen geschosshohe Träger, die in der Lage sind, die benötigten Spannweiten mit Leichtigkeit zu überspannen.
Wir sind von einem Grundmodul eines Gebäudekörpers von 13x18m ausgegangen, um diese statischen Überlegungen zu Vereinheitlichen und zu Vereinfachen. Zudem entsteht daraus eine einheitliche Grundstruktur, die dieses Gebiet prägt. Wobei die Gestalt des jeweiligen Gebäudes, individuell entworfen werden kann.

Unser Konzept sieht eine einheitlich, weiße Bebauung vor, um diesem Bereich als Grosstruktur Individualität zu geben und ihn damit aufzuwerten. Die Bebauung ist 2 bis 4 geschossig. Es entstehen Doppelhäuser, Eigentumswohnungen und Sozialwohnungen.
Insgesamt entstehen 2.087 Wohnungen.

In einem weiteren Schritt kann sogar darüber nachgedacht werden, dieses Areal zu einem Null-Emissionen Bereich zu machen. Dies bedeutet z.B., daß der gesamte Abfall gesammelt und energiewirtschaftlich genutzt wird. Oder, daß die Abwässer einer Nutzung zugeführt werden.
Hierfür gibt es ebenfalls Beispiele in Skandinavien oder Spanien und England. Das ist sicherlich Zukunftsmusik.

Wir haben die Chance, eine Stadt der Zukunft zu bauen.
Nutzen wir sie!

Mit freundlichen Grüßen

Sven Erik Dethlefs
Dipl Ing Architekt

 

Stadtplanung

Die Ausbildung der einzelnen Bereiche soll in Zusammenarbeit mit den Bezirken und deren örtlichen Gremien entstehen. Jeder Bereich hat seine individuellen
Anforderungen. Diese sollen in einem Gesamtkonzept aufgenommen werden

Energiekonzept

Photovoltaik / Solarthermie auf den Dachflächen ca. 50.000 m2
Luft Wärmepumpen Tunnelabluft
Erd Wärmepumpen Gründungspfähle / Geothermiepfähle

Sondernutzung

Sportfacilitäten in Absprache mit den Bürgern.
z.B. Basketball, Fußball, "Trimm dich Pfad", Skaterbahn, Spielplatz

Kita

Kindertagesstätte mit anliegendem Spielplatz
öffentlich ca. 630 m2, intern ca. 200 m2

 

Sven Erik Dethlefs

Geboren 1959

Studierte Architektur - Design - Ästhetik an der HfbK Hamburg und der Kunstakademie Düsseldorf unter anderem bei James Stirling.

Mitarbeit im Büro Haus-Rucker-Co, Düsseldorf.

Diplomabschluss 1987.

Seitdem selbständig tätig.

Das Büro Sven Erik Dethlefs wurde 1987 gegründet und hat sich seither in den Bereichen Einfamilienhausbau, Industrie-bau, Wohn- und Gewerbebau, sowie Innenarchitektur, Umbau und Sanierung beständig weiter entwickelt.

Mit unseren Partnern decken wir heute das gesamte Spektrum des Baugeschehens ab.

Unsere Spezialisierung liegt dabei in der Energieberatung und in der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Immobilien.

Hamburg, im Januar 2010

 

Das Konzept steht hier als PDF zum Download zur Verfügung.

 

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