Neue Initiative "Altopia" zum Bahngelände: Die Bahn geht - was kommt?

Ort Werkstatt 3Nernstweg 32 - 34 Hamburg, 22765 Termin:  31.08.2010 - 19:00 - 21:00

Bahnhof, Bahnhof, du musst wandern…Zum zweiten Mal in seiner 166-jährigen Geschichte soll der Bahnhof Altona sein Gleisbett verlassen und sich weiter nach Norden bewegen, denn die Deutsche Bahn AG beabsichtigt den Altonaer Fernbahnhof an den Diebsteich zu verlegen.

Schon vor einigen Jahren hat sie den Güterbahnhof in Altona und die Wartungswerkstätten aufgegeben und eine große Anzahl von Gleisen zurückgebaut. Mit der geplanten Verlegung des Bahnhofs würde zwischen den Stadtteilen Altona-Altstadt, Ottensen, Bahrenfeld und Altona-Nord eine riesige Fläche frei, die einer neuen Nutzung zugeführt werden kann.

Als der Bahnhof Altona zwischen 1893 und 1898 an seinen jetzigen Standort wandern musste, hinterließ er ein Bahnhofsgebäude, das in ein repräsentatives neues Rathaus für die Stadtverwaltung verwandelt wurde - das heutige Altonaer Rathaus. Die Gleisanlagen, die vormals eine Schneise mitten durch das größer gewordene und mit Ottensen verschmolzene Altona schnitten, wurden damals zum „Platz der Republik“ umgewandelt und stehen seitdem der Bevölkerung als Grünanlage zur Verfügung.

Die nun frei werdenden Flächen befinden sich mitten im Zentrum dieses Stadtteils und so tun sich ungeheure Möglichkeiten auf, dieses Gebiet zu gestalten. Altona und seine BewohnerInnen brauchen jetzt Zeit um sich ihrer Möglichkeiten bewusst zu werden.

Darum haben wir uns als Initiative zusammengefunden, um in den Planungsprozess einzugreifen, mitzureden und zu bremsen, wenn es nötig ist. Diese Fläche ist viel zu wichtig für uns, als dass wir sie der auf schnellen Gewinn ausgerichteten Verwertungslogik der aktuellen Besitzer (Bahn AG, Aurelis und Carlsberg-Brauerei) überlassen können.

Die Stadt muss im Sinne der Altonaer Bevölkerung eingreifen und Anspruch auf das Gelände anmelden. Schließlich ist die Fläche einst der Bahn zum Zwecke der Schaffung von Transportwegen übereignet worden und wenn sie zu diesem Zweck nicht mehr gebraucht wird, sollte die Bahn sie an die Stadt zurückgeben. Es mutet merkwürdig an, wenn jetzt die Bahntochter Aurelis sowie Hochtief und die Heuschrecke Redwood Grove International als neue Besitzer auftreten und auf
Riesengewinne mit dem Grundstück spekulieren.

Höchstwahrscheinlich ist das Bahngelände ein mit Herbiziden und anderen giftigen Substanzen stark verseuchtes Gebiet. Deswegen sollten zunächst die vorbereitenden Untersuchungen beendet und ausgewertet werden. Die Ergebnisse müssen veröffentlicht und diskutiert werden. Und erst dann sollte über Nutzungsänderungen entschieden werden. Es ist völlig unverständlich, warum der Senat mit dem so genannten Turboparagrafen §165 Baugesetzbuch das Verfahren schon in dieser Phase ohne Not beschleunigen will.

mitten in Altopia!

Wir, die AnwohnerInnen und Gewerbetreibenden auf und an diesem Gelände, möchten hier bleiben und wollen darum mitentscheiden, was hier passiert. Wir brauchen keine zweite Hafencity in Altonas Mitte und auch keine Büroklötze, sondern bezahlbaren Wohnraum, Grünflächen und Platz für kleines und mittleres Gewerbe.

Die Stadt hat jetzt die Chance mit uns zusammen nie Dagewesenes zu planen und umzusetzen. Auf einem Gebiet dieser Größenordnung könnte man einen neuen Stadtteil mit Modellcharakter, ein beispielhaftes, einzigartiges Pilotprojekt für ganz Europa entstehen lassen.

  • Einzigartig als kompletter Null-Energie-Stadtteil mit Passivhäusern, Kraft-Wärme-Kopplung, erneuerbaren Energien (...)
  • Einzigartig in der Erprobung eines völlig neuen Mobilitätskonzeptes im ÖPNV: Ein integriertes Verkehrssystem, das das Wohnen ohne Auto leicht macht.
  • Einzigartig in der Art der Planung mit umfassender Beteiligung der AnwohnerInnen sowie der späteren NutzerInnen. Die Wohnbebauung sollte überwiegend aus genossenschaftlichen Baugemeinschaften - auch kleinen - und Sozialem Wohnungsbau bestehen. Für ein gemeinschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen auch ohne große Kapitaleinlagen.
  • Ein Stadtteil, der seine Vergangenheit nicht verleugnet, in dem ehemalige Bahngebäude erhalten und neu genutzt werden.
  • Einzigartig, durch Grünflächen und eine abwechslungsreiche, lebendige Bebauung die zum Verweilen einladen.
  • Einzigartig und dennoch den umliegenden Vierteln zugewandt. Mit einer Öffnung und Durchlässigkeit, die eine gesunde Integration des Neuen, eine Einbindung ins Umfeld erst möglich machen.

Ideen sind gefragt! Lasst sie uns finden, entwickeln, gestalten! Die Belebung eines Geländes im Herzen Altonas entsteht nicht von eben auf jetzt! Das ist und sollte ein Prozess sein, für den es Zeit braucht. Denn Beispiele wie es nicht sein sollte, gibt es in Hamburg schon genug.

Wir freuen uns über weitere MitstreiterInnen.
Kontakt: Altopia - AG Bahngelände Altona
E-Mail: altopia@klubraum.org
Unsere nächsten Treffen sind für jeweils dienstags 19 Uhr am 31. August und 14. September geplant:
Werkstatt 3, Nernstweg / Ecke Gaußstraße

 

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Nächstes Treffen der Initiative ALTOPIA

 

Das nächste Treffen findet am Dienstag, dem 28.September um 19h in der Victoria Kaserne, Bodenstedtstraße statt.

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