Das Wetter war durchwachsen - die Stimmung am Stand ausgezeichnet.
Als Einwohner Altonas weiß man zur Zeit gar nicht, worum man sich zuerst kümmern soll. Auf dem "Apfelbaum braucht Wurzelraum"-Stand lagen neben unseren neuen Flyern und Handzetteln Unterschriftenlisten zum Erhalt der Fabrik und des Hundertwasser-Cafés aus.
Netzwerken am StandEs gab interessante Gespräche mit anderen Aktiven aus Politik und befreundeten Initiativen. Zum Teil hinter vorgehaltener Hand, zum Teil auch belastbar durch Veröffentlichungen in der Presse oder im Netz, stehen verschiedene Puzzlestücke im Raum, die allesamt ein hoffnungsfrohes Bild vom Erhalt der Kleingärten in Altona, Bahrenfeld und Othmarschen zeichnen.
Die Trabrennbahn Bahrenfeld bleibtDer Stadt Hamburg scheint ein wichtiges Teilstück der geplanten Finanzierung und Deckelplanung zerbröselt zu sein. Es hieß, dass ein Mäzen die Mietschulden der Bahrenfelder Trabrennbahn gegenüber der Hansestadt auf einen Schlag beglichen hat. Damit hat die Hansestadt Ihre Möglichkeiten verspielt, der Trabrennbahn aus wichtigem Grund außerordentlich zu kündigen, und ist an ihre langjährigen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag gebunden. Eine Zusammenlegung mit der Horner Rennbahnen scheint zum jetztigen Zeitpunkt vollkommen ausgeschlossen. Sollte die Hansestadt den Kleingärtnern kündigen wollen, würden ihr weitere Ausgleichsflächen fehlen, die sie auf dem Gelände der Trabrennbahn eingeplant hat.
Wir erinnern uns: einige Flächen der Trabrennbahn dürfen planrechtlich nicht für Wohnungsbau vorgesehen werden, da hier eine Einflugschneise des Fuhlsbütteler Flughafens verläuft und die Lärmbelastung für Wohnnutzung zu hoch wäre. Mit gönnerhafter Geste hatte die Hansestadt diese Flächen für kleingärtnerische Nutzung als Ersatzflächen für die sogenannten "Verwertungsflächen" vorgesehen.
Schulreform als PrüfsteinDie Finanzbehörde soll der Behörde für Stadtentwicklung angeblich Stellen verweigern, die für die Planung in Zusammenhang mit dem Autobahndeckel vorgesehen waren. Bis zum Volksentscheid sollen aus Behörden auch keine Planungsergebnisse mehr veröffentlicht werden. Offenbar befürchten die Volksvertreter einen Denkzettel über die schwarz-"grüne" Senatspolitik. Die Abstimmung über die Schulreform verkommt zur Generalabrechnung mit den Regierenden.
Als Wähler kann man sich zum Volksentscheid mittlerweile kaum noch unvoreingenommen verhalten: Meines Erachtens ist die Schulreform ist sinnvoll. Den Senat zu unterstützen ist meines Erachtens aber falsch. Die Schulreform zu kippen könnte den Hamburger Dilettantenstadl schlagartig beenden. Fatalerweise geschieht all dies auf dem Rücken unserer Kinder.
Hamburgweit sieht es auch nicht besser aus. Künstler verlassen die Stadt. "Die Kulturpolitik hier ist ein Desaster" äußert sich Daniel Richter im Interview mit dem Hamburger Abendblatt, der mit seiner Familie nun nach Berlin zieht. Zitat Daniel Richter: "Das einzig Verblüffende und Positive an der Kulturpolitik im weitesten Sinne ist Ole von Beusts Schulreform. Die wird die Zeit überleben. Selbst die Elbphilharmonie wird nicht dazugehören. Irgendwann hat jede größere Stadt so einen öden Prachtbau. Überall steht dieser Rotz rum."
Die Hansestadt zahlt Investoren 45 Millionen Euro für Mietausfälle in Zusammenhang mit dem Überseequartier. Gleichzeitig erhöht Hamburg den Eltern die Betreuungskosten für Kitas in annähernd gleicher Höhe.
Die Sage erhöht Ihre Mieten und führt aus Überschüssen des letzten Jahres 100 Millionen EUR in einen Topf ab, aus dem die Elbkakophonie mit bezahlt wird. Aufsichtsratsvorsitzende der SAGA-GWG ist übrigens die Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), Frau Anja Hajduk.
Und sonst noch?Die Konzertsaison für die Schreberkonzerte ist eröffnet, die "offenen Proben für offene Gärten". Letzen Mittwoch fanden die ersten Proben vor 25 Zuhörern statt. Fußballbedingt wird nächsten Mittwoch nicht geprobt. Danach geht es weiter. Ankündigungen in Kürze hier auf der Seite.
Und wir haben die ersten Flugblätter für den diesjährigen Flohmarkt in den Bahrenfelder Kleingärten verteilt. Ankündigung und Anmeldeformular werden hier in Kürze online stehen.
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