Update 21.10.: Beginn der Veranstaltung ist bereits um 16 Uhr und wir gehen zur Kulturbehörde.
Durch die Sparmaßnahmen des Hamburger Senats sollen wichtige Eckpfeiler bei der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche wegfallen.
Unter dem Motto "Wir sind das Altonaer Museum, das Schauspielhaus und die Bücherhallen." findet am Donnerstag, den 28. Oktober um 16.30 Uhr eine Demo mit Laternenumzug vom Hühnerposten (vor den Bücherhallen) zum Gänsemarkt statt.
Gegen die Schließung gibt es auch eine Facebook-Gruppe "Wir sind das Altonaer Museum" und das Twitter-Konto @altonaermuseum. Die Unterschriftenliste für den Erhalt des Altonaer Museums befindet sich hier als PDF.
Hier der offene Brief der Stiftung Historische Museen Hamburg zur geplanten Schließung am Ende des Jahres:
Wir sind das Altonaer Museum. Stiftung Historische Museen Hamburg
Was schließen wir eigentlich, wenn wir ein kulturhistorisches Museum schließen?Der Hamburger Senat hat am Mittwochabend (22.9.2010) seinen Entschluss mitgeteilt, im Rahmen der Sparmaßnahmen für den Haushalt 2011 das Altonaer Museum zu schließen.
Das über 100 Jahre alte Haus, lange Zeit unter dem Namen „Norddeutsches Landesmuseum“ weit über die Hamburger Stadtgrenzen hinaus bekannt, ist eines der vier Haupthäuser der „Stiftung historische Museen Hamburg“.
Es fällt schwer zu glauben, dass hinter dem Beschluss, das Altonaer Museum zu schließen, die fragwürdigen Einsparungen von nicht einmal einer Million Euro pro Jahr stehen soll. Was auch immer die Entscheidung motiviert haben mag – was wird jenseits des eventuellen monetären „Gewinns“ für Hamburg durch eine solche Schließung wirklich gestrichen?
Museen sind Orte des intergenerationalen Dialogs, des Austauschs über verschiedene Weltanschauungen, kulturelle Vorstellungen und Praktiken und damit ein Ort der Verständigung über gegenwärtige und zukünftige Vorstellungen des gesellschaftlichen Miteinanders.
Museen vermitteln Kompetenz im Umgang mit Neuem, Anderem – Fremdem, stammen doch viele der ausgestellten Objekte aus zeitlich oder geographisch ferner liegenden kulturellen Zusammenhängen. In einer Vielzahl von Veranstaltungen wie Führungen, Vorträgen etc. wird nicht nur historisches Wissen vermittelt. Es geht in den Veranstaltun-gen und museumspädagogischen Angeboten vielmehr um den Erwerb eines breiten Spektrums an kulturellen, künstlerischen und sozialen Kompetenzen. Als ein Beispiel seien die museumspädagogischen Programme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Altonaer Museums erwähnt, die interkulturelle Kompetenzen sowie ein Bewusstsein für Mechanismen der Ausbildung der eigenen kulturellen Identität vermitteln und damit einen wichtigen Beitrag zu Integration, interkulturellem Austausch und interkultureller Erziehung leisten.
Als außerschulischer Lernort mit Angeboten für alle Generationen ist auch das Altonaer Museum ein wichtiger, verlässlicher und geschätzter Partner von Universitäten, Grundschulen, Gymnasien, Haupt- und Realschulen, Stadtteilschulen, Berufsschulen, KiTas, Senioren-Einrichtungen u.a. Bildungsträgern. Es ist selbst Anbieter von Fortbildungen für Lehrer und Erzieher sowie Partner für zahlreiche interdisziplinäre Kooperationen mit Partnern aus Bildung, Wirtschaft und Kultur.
In Zeiten schnellen Wandels und einer hohen Mobilität, die unsere Gesellschaft gegen-wärtig prägen, sind Kompetenzen in schneller Orientierung und im Erfassen historischer und aktueller Zusammenhänge gefordert. Dies ist eine der Kernkompetenzen eines kulturhistorischen Museums, die das Altonaer Museum einem breiten Publikum weit über die Grenzen Hamburgs hinaus zur Verfügung stellt.
Lebenslanges Lernen – kulturpolitisches Bekenntnis der Bundesregierung und der Hamburger Politik – braucht verlässliche Strukturen, Institutionen und Partner! Hamburg braucht in seiner Landschaft kultureller Bildung gut aufgestellte Orte für historisches Verständnis, um die Gegenwart dieser Stadt und ihrer zentralen nationalen und internationalen Rolle verstehen zu können, für kreatives Denken und das Entwickeln neuer Perspektiven für eine Metropolregion, die die Fragen der Gegenwart geschickt und zukunftsfähig lösen will. Museen auf eine Rolle von Institutionen des Bewahrens – und, falls das Geld reicht, Ausstellen von Gegenständen zu reduzieren, ist ein fataler Irrtum.
Sie sind international längst Akteure und Gestalter von Gegenwart, Dialogpartner und Orte des Dialogs für aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Sie leisten einen Beitrag und haben einen Nutzen für die Gesellschaft, die aus dem Blickfeld geraten, wenn Fragen der Gestaltung von Gesellschaft und öffentlich zugänglicher kultureller Bildung unter rein monetären Aspekten betrachtet werden. Was für ein Zeichen setzt Hamburg als zweitgrößte Stadt und eine der reichsten Städte der Bundesrepublik?
Kontakt:
Altonaer Museum. Stiftung Historische Museen Hamburg, Museumstr.23, 22765 Hamburg
Dr. Klaus Gier, Pressestelle, Tel. 040 428135-2963, Mail klaus.gier@altonaermuseum.de
Mareike Ballerstedt, Museumspädagogik, Tel. 040 428135-1482, Mail mareike.ballerstedt@altonaermuseum.de
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