Gentri-Aid oder Ein Lied für Hamburg

Gentrifizierung in Hamburg ist zwar noch keine globale Katastrophe. Das hat aber anderthalb Dutzend Musikerinnen und Musiker nicht davon abgehalten, sich so zu fühlen und das auch mal ausdrücken zu wollen. „Sie planen und verplanen / Über uns wird spekuliert / Sie lieben hohle Phrasen / Fakten werden ignoriert / Sie reden von Erfolgen / We call it Climate Shame / Wir wollen mit ihnen nicht untergehen / Not in our name“ singen die „Gänge Allstars“ in ihrem Song „Komm in die Gänge“, den es gegen Spende – nein, nicht für’s Gängeviertel, sondern für „Viva con Agua“ – auf ihrer Website herunterzuladen gibt. Die Initiative „Komm in die Gänge“ selbst hat sich freundlich aber bestimmt von dem Projekt distanziert,  darauf verwiesen, dass sie die „markorientierte Machart“ des Projekts nicht so schätzt und es außerdem gut gefunden hätten, wenn die „Gänge Allstars“ vor Veröffentlichung mal damit um die Ecke gekommen wären. Auf Facebook hat die Chose schon zu einer echten Klimakatastrophe geführt, die man auch hier nachvollziehen kann. Wir dagegen können uns wollen über nichts beschweren. Schließlich haben wir den Slogan „Not in our name“ ja selbst geklaut. Schmerzlich ist nur, dass die „Allstars“ ihr Ding rausgehauen haben, bevor unser eigene, aufwändig produzierte Benefiz-Schlagerpop-Hymne „Ein bisschen Viertel“ die Marktreife erreicht hat. Vor daher müssen wir jetzt den Großauftrag an’s Presswerk stornieren und einmal mehr auf die alte Wahrheit verweisen, derzufolge der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist. Ja, ja, ja, ja, jaha!


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